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Allgemeinmedizin 12. Februar 2014

Eine von 14 Frauen wird sexuell von fremdem Mann attackiert

Datenanalyse: In Westeuropa sind mehr als elf Prozent der Frauen betroffen.

Eine von 14 Frauen oder 7,2 Prozent der Frauen im Alter über 15 Jahren wird im Laufe ihres Lebens zumindest einmal von jemandem sexuell attackiert, mit dem sie keine intime Verbindung hat. In Westeuropa sind es 11,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse bereits existierender Daten, die in der britischen Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.

"Sexuelle Gewalt ist weltweit eine häufige Erfahrung, die Frauen machen. In manchen Regionen ist das epidemisch mit einer Häufigkeit von bis zu 15 Prozent", erklärte Naeemah Abrahams vom südafrikanischen Medizin-Forschungsrat in Kapstadt.

Die Wissenschafter haben keine neuen Erhebungen durchgeführt. Sie analysierten 77 bereits vorhandene Studien für 56 Staaten aus den Jahren 1998 bis 2011. Demnach wird in Teilen Afrikas fast jede fünfte Frau Opfer einer solchen Attacke. In der Demokratischen Republik Kongo sind es 21 Prozent, im südlichen Afrika (Namibia, Südafrika und Zimbabwe 17,4 Prozent), in Neuseeland und Australien 16,4 Prozent.

In den westeuropäischen Staaten liegt die Häufigkeit sexueller Angriffe auf Frauen (Spanien, Isle of Man, Schweden, Großbritannien, Dänemark, Finnland und Deutschland) bei 11,5 Prozent. In Osteuropa mit Litauen, der Ukraine und Aserbaidschan berichteten die Frauen zu 6,9 Prozent von solchen Attacken.

Hohe Dunkelziffern

Die Daten sind allerdings laut den Autoren mit großer Vorsicht zu betrachten. Das gelte auch für die Unterschiede zwischen den einzelnen Weltregionen. Der Grund liegt in der hohen Dunkelziffer und in Stigmatisierung der Opfer. Die Zahlenangaben seien jedenfalls so hoch, dass man sie in Sachen Menschenrechte und öffentliche Gesundheit auf jeden Fall zum Anlass nehmen sollte, das Problem anzugehen.

Literatur:

Naeemach.A. et al.: Worldwide prevalence of non-partner sexual violence: a systematic review. The Lancet, Early Online Publication, 12 February 2014 doi:10.1016/S0140-6736(13)62243-6

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