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Birkenrinde fördert beide Phasen der Wundheilung.
 
Allgemeinmedizin 1. Februar 2014

Wie Birkenrinde Wunden heilt

Pharmazeuten haben die Wirkung eines natürlichen Extrakts aufgeklärt.

Seit Jahrhunderten gelten aus der Birke gewonnene Extrakte als traditionelle Heilmittel, die dafür sorgen, dass sich verletzte Haut schneller wiederherstellt. Nun wurde auf molekularer Ebene geklärt, wie die wundheilende Wirkung eines Extraktes aus der äußeren, weißen Schicht der Rinde des Baumes zustande kommt: In der ersten Phase der Wundheilung schütten die verletzten Hautzellen bestimmte Stoffe aus, die zu einer vorübergehenden Entzündung führen. Sie locken Fresszellen an, die eingedrungene Bakterien und totes Gewebe beseitigen. Der Birkenkork-Extrakt und besonders dessen Hauptbestandteil Betulin erhöht vorübergehend die Anzahl dieser Entzündungsstoffe und aktiviert Proteine, die die Halbwertszeit von Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) verlängern. Ein Gen muss zunächst in mRNA übersetzt werden, damit der Bauplan für ein Protein vom Erbgut abgelesen werden kann. Durch das Mittel verdreifacht sich die Zeit, in der die mRNA eines bestimmten Botenstoffs stabil ist. Dieser sorgt dafür, dass mehr von dem jeweiligen Protein, hergestellt werden kann.

In der zweiten Phase der Wundheilung wandern die Zellen der Haut und schließen die Verletzung. Der Birkenkork-Extrakt und seine Bestandteile Betulin sowie Lupeol aktivieren Proteine, die am Umbau des Aktin-Zytoskeletts beteiligt sind. Auf diese Weise bewirken die Stoffe, dass Keratinozyten schneller in die Wunde wandern und sie ausfüllen können.

Ebeling S et al.: PLoSone 2014; online 22. Januar

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