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Wenn der Patient im Bett liegt, sollten Ersthelfer bei der Herzdruckmassage besser erhöht stehen.
 
Allgemeinmedizin 24. Jänner 2014

Reanimation bei Bettlägerigen

Herzdruckmassage ist am wirksamsten, wenn man auf einem Schemel steht.

Herzdruckmassagen bei bettlägerigen Patienten in der Klinik sind wohl effektiver, wenn man dabei auf einem Schemel steht oder auf dem Bett kniet. Seitlich am Bett auf dem Fußboden stehend ist die Reanimation weniger wirksam, gemessen an der Drucktiefe und der Zahl der Kompressionen.

In Notfallsituationen mit Herzstillstand außerhalb der Klinik liegen die Patienten meist auf dem Boden, sodass die Herzdruckmassagen kniend absolviert werden. In der Klinik ist das meist anders, die Patienten liegen im Bett und derjenige, der die Herzdruckmassagen macht, steht seitlich daneben. Südkoreanische Notfallärzte prüften nun in einer Studie, ob es Unterschiede in der Effektivität gibt, wenn der Behandler nicht ebenerdig, sondern leicht erhöht neben dem Bett steht oder auf dem Bett kniet.

Drucktiefe mindestens 50 mm

Für ihre Studie engagierten die Ärzte 42 männliche Studenten, die die Druckmassagen an einer Simulationspuppe in jeder der drei Positionen im Abstand von einer Woche vornehmen sollten. Drucktiefe und Zahl der Kompressionen wurden elektronisch dokumentiert. Die Teilnehmer waren zwischen 1,62 m und 1,79 m groß und wogen zwischen 52 kg und 74 kg. Die Bettkante befand sich in einer Höhe von 80 cm, der Schemel war 20 cm hoch.

Als adäquate Herzdruckmassage über zwei Minuten wurde gewertet, wenn die Drucktiefe über 50 mm und die Zahl der Kompressionen über 100 pro Minute lag, wie es die Leitlinien von 2010 der US-amerikanischen Herzgesellschaft vorgeben.

Zahl der Kompressionen ähnlich

Bei der Gesamtzahl der Kompressionen gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den drei Positionen. Anders war das bei Betrachtung nur der korrekt vorgenommenen Druckmassagen. Denn da schnitten das Stehen auf dem Schemel (144,6 ± 98,3) und das Knien (138,6 ± 103,9) im Vergleich zum Stehen auf dem Boden (97,0 ± 98,0) signifikant besser ab. Signifikant war auch der Unterschied bei der Drucktiefe, wenn der Behandler kniete (49,4 ± 8,0 mm) oder auf dem Schemel stand (49,0 ± 8,0 mm) im Vergleich zum Stehen auf dem Boden (43,9 ± 11,5 mm). Die Unterschiede zwischen den Reanimationsergebnissen beim Knien und dem Stehen auf dem Schemel – was jeweils offenbar auch weniger ermüdend war – waren nicht signifikant.

Das Argument, dass die Betten in den Kliniken höhenverstellbar seien, sodass sich ein Schemel erübrigen würde, lassen die koreanischen Ärzte nicht gelten. Denn weil sich Kollegen bei der Druckmassage aufgrund der Ermüdung abwechseln müssten, sei dann auch oft das Verstellen der Betthöhe erforderlich, „was möglicherweise zu chaotischen Situationen“ führen würde, so die Notfallärzte.

Originalpublikation: Hong CK et al. The Most Effective Rescuer’s Position for Cardiopulmonary Resuscitation Provided to Patients on Beds: A Randomized, Controlled, Crossover Mannequin Study. J Emerg Med 2013, online 21. November; doi: 10.1016/j.jemermed.2013.08.085

springermedizin.de/KK, Ärzte Woche 4/2014

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