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© imago/Ralph Peters
 
Allgemeinmedizin 4. Dezember 2013

Winterschutz für gestresste Haut

Kälte und trockene Räume beeinträchtigen die Barrierefunktion

Mit trockener Haut haben viele Kunden gerade in den Wintermonaten zu kämpfen. Empfehlungen zur Pflege mit passenden Produkten lassen sich dann gut in Beratungskonzepte einbetten. Vor allem Senioren, Diabetiker und Neurodermitiker profitieren davon.

Die geringe Luftfeuchtigkeit im Freien wie in den geheizten Räumen setzen der Haut im Winter zu. Normalerweise liegt der Wassergehalt der obersten Epidermisschicht (Stratum corneum) bei mehr als zehn Prozent. Sinkt er auf Werte darunter, trocknet die Haut aus, juckt, spannt und schuppt sich. Zudem stellen die Talgdrüsen ab einer Temperatur von acht Grad Celsius ihre Lipidproduktion ein. Der Mangel an Lipiden schwächt die Hautbarriere, feine Risse begünstigen dann Entzündungen. In solchen Fällen kann eine Hydrocortisonsalbe (0,25/0,5%) empfohlen werden.

Wasser und Seife machen sauber, aber trocknen aus

Damit es im Winter aber nicht so weit kommt, ist es wichtig, die Barrierefunktion, das Wasserbindungsvermögen und den physiologischen pH-Bereich der Hornschicht im Gleichgewicht zu halten. Jeder Kontakt mit Wasser und Seife beeinträchtigt den schützenden Hydrolipidfilm und entzieht der äußeren Hülle Fett und Feuchtigkeit. Kunden, die über trockene Haut klagen, sollte daher geraten werden, beim Waschen statt Seife verträglichere synthetische Detergenzien (Syndets) zu verwenden. Vor allem Syndets, die auf einen leicht sauren pH-Wert eingestellt sind, trocknen die Haut weniger aus und unterstützen den Erhalt der natürlichen Keimflora auf der Hautoberfläche. Formulierungen zur Körperpflege werden als Waschstück oder als flüssige Waschemulsionen, -gele, -lotionen sowie Dusch- und Schaumbäder angeboten. Zugesetzte Lipidkomponenten tragen bereits beim Waschen zur Rückfettung der Haut bei.

Durch einen besonders hohen Lipidanteil zeichnen sich Duschcremes und Duschöle aus. Für die Badewanne werden ölige Zusätze als emulgierende oder spreitende Bäder angeboten. Emulsionsbäder wirken vor allem reinigend. Sie enthalten eher hydrophile Tenside, die im Badewasser eine Öl-in-Wasser(O/W)-Emulsion bilden. Spreitungsbäder beinhalten dagegen eher wenig hydrophile Tenside und erzeugen auf der Wasseroberfläche einen Ölfilm, der sich beim Ausstieg auf der Haut ablagert. Patienten sollten aber auf die erhöhte Rutschgefahr durch Ölreste in der Wanne hingewiesen werden.

Nach der Reinigung profitiert dann der Körper von einer Extraportion Pflege. Ältere Menschen mit Juckreizproblemen können hier zum Beispiel von Zubereitungen mit einem Extrakt der Zaubernuss profitieren, wie eine Studie nachgewiesen hat. Bei Neurodermitispatienten unterstützen wiederum Lotionen mit Omega-6-Fettsäuren, und Harnstoff die Hautregeneration und den Feuchtigkeitshaushalt. Auch die Gesichtshaut braucht Schutz vor Austrocknung. Hier kann zum Beispiel empfohlen werden, im Winter eine Feuchtigkeitscreme zur Nacht und tagsüber eine reichhaltigere Nachtcreme aufzutragen. Denn Nachtcremes sind oft W/O-Emulsionen mit einem hohen Anteil an Lipiden. Sie verbessern den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der oberen Hautschichten und stabilisieren die epidermale Barriere.

Hände und Füße werden beim Eincremen oft vergessen

Gerne bei der Hautpflege vergessen werden Füße und Hände. Das kann vor allem bei Diabetikern fatale Folgen haben, da die Risse Eintrittspforten für Keime bilden. Fuß- und Handcremes mit fünf bis zehn Prozent Harnstoff versorgen die Haut mit Feuchtigkeit. Die Cremes wirken besonders intensiv, wenn sie reichlich auf die Haut aufgetragen werden und unter Baumwollhandschuhen oder -socken verpackt einziehen können.

Quelle: springer-gup.de

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