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Allgemeinmedizin 4. Dezember 2013

Vitamin D & Diabetes

Unterstützung der körpereigenen Insulinproduktion und -empfindlichkeit

Vitamin D ist im menschlichen Körper unter anderem für den Knochenstoffwechsel verantwortlich. Durch Sonnenbestrahlung kann der Körper das Seko-steroidhormon teilweise selbst herstellen, etwa 20 Prozent muss er über die Nahrung aufnehmen. Zunehmend wird Vitamin D auch mit vielfältigen Wirkungen auf das Zellwachstum und die Zelldifferenzierung in anderen Geweben in Verbindung gebracht. Neue Erkenntnisse zum Einfluss von Vitamin D auf den Diabetesstoffwechsel waren Mitte November in Berlin eines der Themen der 7. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Neue Studien geben Hinweise darauf, dass eine Therapie mit Vitamin D die Insulinsensitivität und -sekretion verbessern und die Blutzuckerstoffwechsellage stabilisieren kann.

Heilmittel für „Rachitis“ gesucht

Die Entdeckung von Vitamin D war mit der Suche nach einem Heilmittel für die „Rachitis“ verbunden - einer Stoffwechselerkrankung bei Kindern, die das Knochenwachstum verzögert. Im Jahre 1919, als diese Erkrankung in fast allen europäischen industrialisierten Städten die häufigste Ursache für Skelettverformungen und Wachstumsverzögerungen war, führte die Bestrahlung von Patienten mit künstlichem UV-Licht und Vitamin-D-reichen Nahrungsmitteln zum Rückgang der Rachitis.

Neben der Wirkung auf die Knochen wurden für Vitamin D weitere Effekte nachgewiesen. Im Hinblick auf das Immunsystem haben Studien bei mehreren Autoimmunerkrankungen, wie Lupus erythematodes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis und Autoimmunthyreoiditis, den Nutzen einer Vitamin-D-Supplementation belegt.

Stabilisierung des Blutzuckerstoffwechsels

Vitamin D stabilisiert auch den Blutzuckerstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes: Im Muskel, in der Leber und an den Betazellen des Pankreas, den insulinproduzierenden Zellen, konnten Forscher die Wirkung nachweisen. „Im Hinblick auf die Insulinwirkung auf die peripheren Gewebe verbesserte sich die Insulinsensitivität um 60 Prozent, wenn der Vitamin-D-Spiegel von einem schweren Mangel von unter 10 ng/ml auf über 30 ng/ml anstieg“, erklärt Prof. Dr. Klaus Badenhoop, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik des Diabetes der DDG, vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.

Darüber hinaus werden, wenn Vitamin D im Körper ausreichend vorhanden ist, die insulinproduzierenden Zellen dazu angeregt, mehr des lebensnotwendigen Hormons zu produzieren. „Insgesamt kann der Diabetesstoffwechsel durch Vitamin D stabilisiert werden. Ein Mangel sollte deshalb in jedem Fall vermieden werden, in manchen Fällen kann eine gezielte Vitamin D-Therapie durchaus sinnvoll sein“, so Badenhoop. Bei Kindern mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ I konnte die Funktion der Betazellen durch die Zugabe des Vitamins maßgeblich verbessert werden.

Quelle: Presseinformation Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

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