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Allgemeinmedizin 4. Dezember 2013

Grippesymptome lindern

OTC-Präparate gegen Fieber und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen

Die Impfzahlen zeigen: Nur ein Teil der Patienten, für die die Impfung ratsam ist, lässt sich impfen. Im Erkrankungsfall ist dann neben der Einnahme von Neuraminidasehemmern auch eine symptomatische Therapie mit OTC-Mitteln zur effektiven Linderung der Beschwerden gefragt.

Plötzliches hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Frösteln, Abgeschlagenheit, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen, sowie Zeichen einer respiratorischen Erkrankung - so beginnt typischerweise eine Grippe. Einen guten Schutz bietet zwar die jährliche Impfung. Doch nur 60 Prozent der Patienten über 60 Jahre und 30 Prozent der chronisch Kranken nehmen daran teil. Zudem ist eine Impfung natürlich keine Garantie, tatsächlich von einer Influenza verschont zu bleiben. So ergab beispielsweise eine Studie mit 1140 geimpften Patienten bei 18 Prozent einen positiven Grippe-Schnelltest.

Binnen 48 Stunden kann ein Neuraminidasehemmer helfen

Jeden Winter rollt die Grippewellen mehr oder minder stark über’s Land. Stellen sich Kranke binnen 48 Stunden nach Symptombeginn in der Praxis vor, kann der Arzt einen Neuraminidasehemmer verschreiben. OTC-Präparate gegen Fieber und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen lindern die typischen Krankheitsbeschwerden.

„Mit OTC-Präparaten kann ich zu 100 Prozent die symptomatische Therapie bei Grippe abdecken“, bestätigt Dr. Peter Schlüter, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren aus Hemsbach bei Mannheim. „Nur wenn ein Patient einen hochfieberhaften Infekt hat, verordne ich durchaus ein Präparat mit Metamizol. Ansonsten empfehle ich Patienten stets ein OTC-Präparat.“ Das akzeptieren Betroffene auch bei einer heftigen Erkrankung wie einer Influenza. Wichtig sei ihm, dass die Empfehlung auf einem Privatrezept oder Grünen Rezept erfolge und kurz erläutert werde. „Damit bekommen die freiverkäuflichen Präparate eine ganz andere Wertigkeit“, so Schlüters Erfahrung.

Die Wahl der OTC-Präparate richtet der Allgemeinarzt sowohl an der individuellen Symptomatik als auch am Leidensdruck des Patienten aus. In der Regel sind neben einem Mittel zur Fiebersenkung etwa ASS, Ibuprofen oder Paracetamol auch Präparate gegen Schnupfen und Husten nötig.

Gute Belege für Nutzen einer Phytotherapie

Um die Nasenatmung schnell zu verbessern und die Nebenhöhlen frei zu halten sind Nasenspray, -tropfen oder -gel mit ?-Sympathomimetika Mittel der Wahl. Die langwirksamen Substanzen Xylometazolin und Oxymetazolin sind dabei vorzuziehen, da das Risiko eines unerwünschten Rebounds am Therapieende (max. fünf Tage!) am geringsten ist.

Bei einer weniger stark verstopften Nase sind Nasenspülungen und -sprays mit isotonischer Kochsalzlösung, sterilem isotonisiertem Meerwasser oder Salzmischungen mit Natriumhydrogencarbonat empfehlenswert. Sie reinigen die Nasenschleimhaut und spenden Feuchtigkeit.

Bei Beschwerden in den Nasennebenhöhlen sind Phytotherapeutika eine Option. In Zellstudien erwies sich zum Beispiel ein Extrakt aus Primelblüten, Enzianwurzel, Holunderblüten, Gartensauerampferkraut und Eisenkraut sogar als effektiv gegen mehrere grampositive und gramnegative Keime.

Dominieren Bronchialbeschwerden, ist meist ein schleimlösender Effekt gefragt. Neben den synthetischen Expektoranzien Ambroxol und Acetylcystein kommen auch hier Phytotherapeutika in Frage. Präparate mit Cineol und Myrtol etwa sind in der Lage, die bronchiale Clearance zu bessern.

Für Thymian in Kombination mit Efeu oder Primelwurzel liegen gute Erfahrungen aus Anwendungsbeoachtungen vor. Für einen definierten Efeuextrakt ist der Wirkmechanismus untersucht. Eine Cochrane-Metaanalyse bestätigte den Nutzen eines Spezialextraktes der Kapland-Pelargonie bei akuter Bronchitis.

Quelle: springer-gup.de

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