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Allgemeinmedizin 4. Dezember 2013

Das Sparpotential ist beträchtlich

Mangelnde Einnahmetreue von Medikamenten ist nicht nur mit einer hohen Morbidität und Sterblichkeit assoziiert, sondern für das Gesundheitssystem auch teuer. Durch die falsche Anwendung von Arzneimitteln entstehen jährlich Kosten in Milliardenhöhe.

In der Verbesserung der mangelnden Einnahmetreue von Medikamenten läge dabei mit 13 Mrd. Euro das größte Einsparpotential berechneten Experten für Deutschland. „Apotheker können viel dafür tun, die Einnahmetreue zu verbessern und damit auch die Gesundheitskosten zu senken“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Wenn Patienten Schwierigkeiten mit der Anwendung von Arzneimitteln haben oder die Einnahme unbeabsichtigt vergessen, kann der Apotheker Hilfestellungen anbieten.“

Jeder zweite Patient nimmt seine Medikamente bei einer Langzeittherapie nicht wie vorgesehen ein. „Die meisten Arzneimittel werden vom Arzt verordnet und, abgesehen von der Zuzahlung, von der Krankenkasse bezahlt. Werden die verordneten Medikamente nicht oder nicht richtig eingenommen, nützen sie dem Patienten nicht - verursachen aber Kosten bei der Krankenkasse und damit bei der Versichertengemeinschaft“, sagt Schmidt. „Apotheker wollen die Arzneimittelanwendung in Zukunft langfristig begleiten. Das verbessert die Einnahmetreue und damit das Therapieergebnis; insgesamt sparen die Krankenkassen Geld.“

Deutschland probt ein Modell der Kooperationn

Während in Österreich kürzlich das Thema Medikamentenmanagement durch den Apotheker bei der Ärztekammer für heftige Kritik gesorgt hatte, versucht man in Deutschland den Weg der Kooperation zu gehen: Die ABDA und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben bereits 2011 Maßnahmen vorgestellt, wie Ärzte und Apotheker gemeinsam die Arzneimitteltherapie noch besser und preiswerter gestalten können. Voraussichtlich Anfang 2014 startet die Umsetzung in Sachsen und Thüringen. Auf Basis einer Wirkstoffverordnung und eines Medikationskatalogs werden Ärzte und Apotheker ein gemeinsames Medikationsmanagement anbieten, auch mit dem Ziel der Verbesserung der Einnahmetreue.

Quelle: www.abda.de

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