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Allgemeinmedizin 14. Oktober 2013

Was der Kopfschmerzpatient weiß

Chronische Beschwerden erhöhen die Suche nach alternativen Behandlungsmethoden.

Mehr als 90 Prozent der Patienten mit chronischen Kopfschmerzen kennen mindestens eine Akuttherapie, fast zwei Drittel kennen mindestens eine prophylaktische Therapie und 80 Prozent mindestens eine nicht-pharmakologische Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Kenntnis und dem Gebrauch von pharmakologischen und alternativen Kopfschmerztherapien. Die Befragten waren Patienten eines Kopfschmerzzentrums, die bereits jahrelang unter den Beschwerden litten.

Die Akutbehandlung der Kopfschmerzen wird vor allem mit Medikamenten behandelt, in der vorbeugenden Behandlung kommen sowohl pharmakologische als auch nicht pharmakologische Therapien zum Einsatz.

Große Auswahl an Medikamenten und konkrete Empfehlungen

Die Auswahlmöglichkeiten an Medikamenten sind beträchtlich, auch entsprechende Behandlungsempfehlungen liegen für die optimale Auswahl vor. Allerdings geht ein großer Anteil von Patienten mit chronischen Kopfschmerzen nicht zum Arzt, sondern bedient sich rezeptfreier Medikamente oder alternativer Methoden. Zu den alternativen Methoden zählen neben der Akupunktur, die als wirksam nachgewiesen ist, auch Massagen, Ausdauerbewegung und Homöopathie.

Die Untersuchung an der neurologischen Univ.-Klinik Wien ermittelte den Wissensstand von besonders stark betroffenen Kopfschmerzpatienten. Ziel einer pharmakologischen Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerz ist die Schmerzfreiheit oder zumindest eine Verbesserung von mäßig bis schwer auf mild bis kein Kopfschmerz zwei Stunden nach der Medikamenteneinnahme und eine Reduktion der Frequenz von Schmerzattacken.

Weit verbreitet - gut bekannt

Der Großteil der Migränepatienten, nämlich 90,5 Prozent, kannte mindestens ein Nonsteroidales Antirheumatikum (NSAR), immerhin noch 82,4 Prozent ein Kombinationspräparat. 79 Prozent der Patienten verwendeten auch tatsächlich ein NSAR, 61 Prozent ein Kombinationsanalgetikum. Trotz der Schwere und Belastung der Kopfschmerzen bei Migränepatienten verwendeten nur 41 Prozent ein Triptan und 20 Prozent ein Ergotamin. Unter Patienten mit anderen Kopfschmerzformen waren Wissen und Gebrauch von akuter Medikation etwas geringer mit 77,5 Prozent die wenigstens ein NSAR kannten und 67,5 Prozent die zumindest eines verwendeten. Die durchschnittliche Wirksamkeit für die Akutmedikation wurde mit einem Wert von 2,4 (±1,2) angegeben.

Chronischer Kopfschmerz - chronisch unterbehandelt

Insgesamt, so die Autoren, zeigen die Ergebnisse bei den Patienten des Schmerzzentrums, dass diese unterbehandelt hinsichtlich Akut- und Präventivbehandlung sind. Was allerdings der Grund sein dürfte, warum sie an das spezialisierte Zentrum kamen. Für die Akutbehandlung bleiben NSAR die Medikamente der ersten Wahl für Patienten und Ärzte, knapp gefolgt von Kombinationspräparaten.

Quelle: Lieba-Samal et al.: Knowledge about and use of pharmacological and non-pharmacological headache therapies, in: Wien Klin Wochenschr (2012) 124:716-722

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