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Allgemeinmedizin 14. Oktober 2013

Gewichtsverlust mit Darmröhrchen

Ein schmales Rohr im Dünndarm führt zu einer verringerten Nährstoffaufnahme und damit zu reduziertem Körpergewicht und weniger Fettmasse. Zusätzlich kommt es zu einem verbesserten Fett- und Zuckerstoffwechsel.

Chirurgische Methoden, wie etwa ein Magenbypass, gehören zu den effektivsten Maßnahmen in der Therapie der Adipositas. Zudem führen sie zu einer verringerten Insulinresistenz. Allerdings sind dies häufig große operative Eingriffe, die unumkehrbar sind. Nun wurde eine wesentlich schonendere Therapiemethode bei vergleichbarer Effektivität entwickelt.

Ein flexibles Röhrchen (Duodenal-Endoluminal Sleeve, DES), das in den Dünndarm eingebracht wird, führte im Tiermodell zu einem deutlich reduziertem Körpergewicht und verringerter Körperfettmasse. Außerdem verbesserte sich durch diesen Eingriff auch der Fett- und Zuckerstoffwechsel. Die mögliche Ursache hierfür sehen die Autoren in der blockierten Nahrungsaufnahme im Bereich des Röhrchens, die zu einem reaktiven Schleimhautwachstum in den übrigen Darmabschnitten und somit zu einer verbesserten Nahrungsverwertung führt.     

Der Vorteil der Methode liegt in der unkomplizierten und risikoarmen Anwendung des Darmröhrchens, das jederzeit wieder entfernt werden kann. Damit gilt das Verfahren als ein vielversprechender neuer Therapieansatz für Adipositas und Diabetes. Weitere Studien sollen nun klären, welchen Einfluss das Darmröhrchen und der Gewichtsverlust auf das hormonelle Steuerwerk des Stoffwechsels haben. Das langfristige Ziel ist es, darin Strukturen zu identifizieren, die therapeutisch genutzt werden können, um die beobachteten Effekte des Röhrchens nachzuahmen oder zu verstärken.

Habegger KM et al.: Gut 2013; published online 9. Oktober

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