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© Jake Evill and Cortex Cast systems

Waben statt Gips

Aus Röntgenbild und 3D-Scan wird die ideale Wabenstruktur für den Verband errechnet.

 
Allgemeinmedizin 6. September 2013

Luftig statt muffig

Ein Exoskelett aus dem 3D-Drucker könnte zukünftig den Gipsverband ersetzen.

Geht es nach dem neuseeländischen Medien- und Industrie-Designer Jake Evill, sollen 3D-Drucker den klassischen Gips bei Knochenbrüchen obsolet machen. Sein Konzept für das Exoskelett „Cortex“ sieht vor, dass die Wabenstruktur nach einer Röntgen-Aufnahme und einem 3D-Scan passgenau für den Patienten aus einem Nylon-Material gedruckt wird.

Ein klassischer Gipsverband ist schwer, nässeempfindlich und gerade im Sommer eher unhygienisch. Denn der Träger schwitzt darin stark, was auch eine dauernde Geruchsbelastung bedeutet.

Moderne Kunststoff-Castverbände sind zwar etwas leichter und feuchtigkeitsbeständiger, gelten aber als noch schlechter durchlässig für Wasserdampf und Luft – werden also noch schneller verschwitzt. Zudem sind Casts teurer als Gipsverbände, aber nicht recycelbar. Ihre Entsorgung ist problematisch.

Luftig, leicht und wasserfest

Evills Design will all diese Probleme mit einem Schlag lösen. Denn statt einem festen Verband ist „Cortex“ eine Wabenstruktur, die dementsprechend leicht und luftig ausfällt und somit zwei Kernprobleme aktueller Verbände löst.

Zudem ist das von Evill vorgesehene Nylon-Material wasserfest. Im Gegensatz zum klassischen Gips wäre Duschen und Baden mit dem Verband also kein Problem. Der größte Nachteil ist, dass eine relativ hohe Erstinvestition für den nötigen 3D-Drucker erforderlich ist.

Passgenau und wenig Abfall

Damit das leichte Exoskelett optimale Dienste als Heilbehelf bei Brüchen leistet, soll es individuell optimiert werden. Evills Ansatz setzt auf eine Verbindung von Röntgen- und 3D-Aufnahmen, um die Fraktur genau zu lokalisieren und dann mittels Spezialsoftware die ideale Wabenstruktur für den Cortex-Verband zu ermitteln. Dieser soll dadurch wirklich optimal genau dort Halt bieten, wo es der Patient braucht. Durch den im Vergleich zu heutigen Vollverbänden geringen Materialaufwand verspricht die Idee zudem möglichst wenig Abfall. Ob das Konzept tatsächlich Realität wird, bleibt aber abzuwarten.

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