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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Sexuelle Aktivität wieder neu entdecken

Den Ergebnissen einer australischen Studie zufolge (Chew KK, et al. Int J Impot Res 2000) werden nur rund elf Prozent aller Männer mit erektiler Dysfunktion auch entsprechend behandelt. Eine britische Umfrage (Dunn KM, et al. ISSIR, Perth 2000) ergab, dass sich nahezu die Hälfte aller Befragten eine Behandlung wünscht, jedoch nur 12 Prozent tatsächlich auch eine adäquate Therapie erhalten.

Angst vor Nebenwirkungen

Warum Patienten, die an erektiler Dysfunktion (ED) leiden, kaum über dieses Problem sprechen, liegt auf der Hand: 70 Prozent schämen sich, und ein Viertel glaubt, die Erektionsstörung sei Teil des "normalen" Alterungsprozesses. Nur fünf Prozent halten die Problematik generell für unwichtig. Aber selbst wenn das Thema einmal "auf dem Tisch" ist, wird daraus nicht sofort die Konsequenz einer Therapie gezogen.

Die Ursache: Viele Betroffene haben Angst vor den unerwünschten Nebenwirkungen bisheriger Therapieoptionen. Hier könnte eine Aufklärung über eine sichere und nebenwirkungsarme Behandlungsmöglichkeit helfen. Da rund 80 Prozent der Fälle von ED mild bzw. moderat sind, ist für diese Patienten neben dem Urologen der Praktiker erster Ansprechpartner - sowohl für eine fundierte Information als auch für eine wirksame und gut verträgliche Therapie. Der zentrale Wirkansatz der seit einem Jahr zur Verfügung stehenden Substanz Apomorphin ) ermöglicht eine gezielte Stimulation aller am Erektionsprozess beteiligten Systeme des Körpers. Patienten erhalten somit eine natürliche Unterstützung durch Apmorphin, da eine noch vorhandene, körpereigene erektile Restfunktion neu aktiviert werden kann. Patienten, die auf Apomorphin ansprechen, können im Durchschnitt innerhalb von 20 Minuten nach der Einnahme mit dem Wirkeintritt rechnen. Neben diesem sehr raschen Wirkeintritt ist das von Patienten und Ärzten geforderte gute Nebenwirkungsprofil auch bei Risikopatienten ein großer Vorteil der Substanz.

Die Wirkung von Apomorphin konnte bereits in klinischen Studien und in der täglichen Praxis gut belegt werden. Ausreichende Plasmakonzentrationen sorgen für eine maximale erektile Reaktion bei minimalen Nebenwirkungen. Damit führt die Wirksubstanz bei einer großen Zahl von Patienten zu einer für den Geschlechtsverkehr zufrieden stellenden Erektion. Apomorphin war bei einmaliger Einnahme bei rund 50 Prozent der Patienten wirksam, wobei eine größere Effektivität bei einer sequenziellen Behandlung beobachtet wurde. 70 Prozent der Patienten erzielen nach dem vierten Versuch eine erfolgreiche Erektion.

Restfunktion neu angeregt

Es zeigt sich, dass die bei milder und mittelschwerer ED vorhandene erektile Restfunktion neu angeregt und aktiviert werden muss. Der Körper (und damit die in den Erektionsprozess involvierten Schaltstellen) müssen sich neu auf die sexuelle Aktivität einstellen. Ein großer Vorteil könnte sein, dass mit Hilfe des zentral wirksamen Apomorphin alle im Erektionsprozess involvierten Regionen vom Gehirn bis zum Penis "neu geschult" werden. Eine erektile Restfunktion kann somit erhalten bzw. sogar verbessert werden. Eine frühzeitige Behandlung kann eine weitere Verschlechterung des Potenzproblems verhindern.

Apomorphin kann sich im Gegensatz zu anderen Substanzen durch das günstige Nebenwirkungsprofil zum Einsatz auch bei Risikopatienten eignen. So zeigen Studien, dass die Behandlung der ED mit Apomorphin bei Männern mit Herz-Kreislauf-Erkankungen möglich ist, da die hämodynamische Wirkung von Nitraten durch Apomorphin nicht verstärkt wird. Es wird jedoch generell empfohlen, bei Patienten, die Nitrate einnehmen, Apomorphin mit Vorsicht einzusetzen. Bei der Therapie der ED ist auch zu beachten, dass eine Vielzahl von häufig verschriebenen Medikamenten über das CYP-450 abgebaut werden (Antibiotika, Lipidsenker, Antihistamine etc.), auch hier bietet Apomorphin den Vorteil, dass keine Interaktionen zu befürchten sind. 

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