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Kohlenhydrate knapper halten, lautet die neue Devise im Kampf gegen Fettleibigkeit.
 
Allgemeinmedizin 2. September 2013

Low-carb-Therapie

Leitlinie zur „Prävention und Therapie der Adipositas“ überarbeitet.

Bislang galt eine fettreduzierte, kohlenhydratbetonte Ernährung als Goldstandard für die Behandlung von Übergewicht. Dies soll sich nun ändern. Seit Juni 2013 liegt ein Entwurf der überarbeiteten Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ der DAG vor.

Erstmals werden die seit Jahrzehnten bestehenden Vorurteile gegenüber Nahrungsfetten revidiert. Wenn auch die tierischen Fette weiterhin als problematisch gelten, wird der bisherige Grundsatz „fett macht fett“ entkräftet. Zudem geht der aktuelle Entwurf detaillierter auf die Fettqualität ein und unterscheidet zwischen günstigen und ungünstigen fettreichen Lebensmitteln.

Nachdem zahlreiche Studien die Effektivität kohlenhydratarmer Diäten bestätigten, wird die Ernährungsform nun auch in einer Leitlinie gewürdigt. Die Entscheidung, ob der Weg zum Idealgewicht fettarm oder low-carb sein soll, liegt nun im Ermessen des Therapeuten. So kann sich die Behandlungsstrategie zukünftig individueller am Risikoprofil des Patienten orientieren. Daneben gehören die Bewegungs- und Verhaltenstherapie weiterhin zum Basisprogramm. Die Adipositaschirurgie bleibt nach wie vor die letzte Option zur Gewichtsabnahme.

Zusätzlich wird vorgeschlagen, Adipositas als eigenständiges Krankheitsbild zu definieren. Neben dem BMI entscheidet die Fettverteilung über das individuelle Gesundheitsrisiko. Konzentriert sich das Fettgewebe vorwiegend am Bauch, ist es erforderlicher abzunehmen als bei Hüftspeck. Bei leichtem Übergewicht (BMI über 25) entscheidet der Taillenumfang, ob eine Diät medizinisch notwendig ist. Das in den letzten Jahren beobachtete Gewichtsparadoxon, wonach ältere Menschen mit ein paar Zusatzkilos länger leben, fand hingegen keine Beachtung in der Überarbeitung. Ab wann die neue Leitlinie offiziell gilt, ist noch unbekannt.

www.fet-ev.eu/KK, Ärzte Woche 36/2013

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