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© Univ.-Klinikum Heidelberg

Der Heidelberger Medikationsplan.

 
Allgemeinmedizin 20. August 2013

Richtige Tabletteneinnahme

Moderne Techniken helfen dem Patienten und erhöhen die Compliance.

Die richtige Einnahme von Tabletten ist nicht selbstverständlich und muss dem Patienten vermittelt werden. Dabei unterscheiden sich freilich die Anforderungen in Klinik und Praxis. Ein neuartiger illustrierter Medikationsplan bietet nun maßgeschneiderte Informationen zur richtigen Arzneimittel-Verabreichung und erhöht die Sicherheit für Patienten.

Der Medikationsplan mit maßgeschneiderten Anwendungshinweisen für Patienten und betreuende Angehörige enthält 25.000 Hinweise, die abrufbar und anschaulich mit Piktogrammen illustriert sind und im DIN A4-Format ausgedruckt werden können. Vom Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt, wurde das elektronische Instrument im vergangenen Frühjahr auf der wichtigsten deutschen Healthcare IT Messe conhIT in Berlin vorgestellt.

Der in Deutschland einzigartige Medikationsplan wurde im Rahmen eines Versorgungsforschungsprojekts der Nachwuchsakademie Baden-Württemberg von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie am Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt, danach in den elektronischen Arzneimittelberater AiDKlinik® integriert und mit Patienten und Ärzten getestet. AiDKlinik® ermöglicht eine sachgerechte Verschreibung und Dosierung von mehr als 60.000 Arzneimitteln und wird seit 2003 am Heidelberger Uniklinikum erfolgreich eingesetzt.

Falsche Anwendungen können fatale Folgen haben

„Arzneimittel können erst sicher wirken, wenn sie auch richtig gehandhabt und korrekt und regelmäßig verabreicht und eingenommen werden“, erklärt Prof. Dr. Walter Emil Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie. Wichtige Empfehlungen können u.a. sein: „Vor dem Essen“, „nie mit Milchprodukten“, „nur im Stehen oder Sitzen“, „Mund spülen nach der Gabe“, „Zäpfchen mit stumpfer Seite einführen“, „Kopf beim Schlucken nach vorne neigen“ aber auch „Kapsel nie öffnen“ oder „Tablette nicht teilen“. Diese sind strikt einzuhalten, um Nebenwirkungen zu vermeiden und maximale Wirksamkeit zu erzielen. Die Missachtung solcher Anwendungsvorgaben gehört zu den häufigsten Fehlern im medizinischen Alltag mit oft schwerwiegenden Folgen, wie dem kompletten Ausbleiben der Wirkung oder der zu raschen Freisetzung mit erheblichen Nebenwirkungen und Überdosierungen.

„Für eine erfolgreiche Therapie ist es entscheidend, dass die Patienten kompetente, verantwortliche und verantwortungsbewusste Partner im Therapieprozess sind“, so Haefeli. Der Patient wisse aber meist nicht, wie seine Arzneimittel anzuwenden sind. Deshalb müssen bei jeder Verordnung unmissverständliche Hinweise zur richtigen Anwendung gemacht werden. Im ambulanten Bereich nimmt hier der Apotheker eine wichtige Aufklärungs- und Informationsrolle ein. Doch die Aufmerksamkeitskapazität der Kunden ist bekanntlich nicht immer voll auf das aktuelle Gespräch konzentriert: Manchmal sind die Fülle an Informationen, die Unsicherheit bei der Erstverschreibung eines hochwirksamen Medikaments mit mehreren Einnahmeempfehlungen oder auch persönlicher Stress Faktoren, die die Botschaften nur lückenhaft ankommen lassen.

Erste Erfahrungen mit dem Heidelberger Medikationsplan

Am Universitätsklinikum Heidelberg wird die medikamentöse Therapie seit vielen Jahren im Entlassungsbrief und die rezeptierte Medikation in den Ambulanzen durch eine spezielle elektronische Verordnungsplattform erstellt. Neu kann nun gleichzeitig auch der Einnahmeplan für den Patienten ausgedruckt und ihm mitgegeben werden. Im Vergleich zu bereits existierenden Medikationsplänen ist der Heidelberger der einzige, der Applikationshinweise, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Piktogramme zur besseren Verständlichkeit der Hinweise enthält.

Der Heidelberger Medikationsplan bietet Patienten somit umfangreiche, standardisierte und maßgeschneiderte Informationen zur Arzneimittelapplikation und -einnahme. Erste Erfahrungen zeigen nicht nur überzeugte Heidelberger Ärzte, auch die Patienten sind begeistert vom Einsatz des neuen Medikationsplans.

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Heidelberg

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