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Allgemeinmedizin 9. Mai 2013

Vollwertige Ernährung empfohlen

Diabetiker brauchen keine speziellen Lebensmittel sondern besseres Bewusstsein

Zu fett, zu kalorienreich und zu teuer, lautete übereinstimmend das Urteil von Experten über spezielle Lebensmittel für Diabetiker. Deutschland hat daraus die Konsequenz gezogen: Seit vergangenem Jahr ist die Bezeichnung „für Diabetiker geeignet“ auf Lebensmitteln verboten. In Österreich ist man davon noch weit entfernt. Einig ist man sich, dass für Diabetiker die allgemeinen Ernährungsempfehlungen sinnvoll sind.

Gerade im Frühstadium der Stoffwechselerkrankung ist es häufig noch möglich, durch eine vollwertige Ernährung in Verbindung mit körperlicher Aktivität und gleichzeitiger Gewichtsabnahme die Blutzuckerkonzentration langfristig in den Normbereich zu bringen. Folgende Empfehlung geben die Fachgesellschaften:

Normalgewicht anstreben: Übergewicht begünstigt das Entstehen von Diabetes mellitus und auch von Fett. Vor allem die Fettpolster am Bauch erhöhen das Risiko.

Ballaststoffreich ernähren: Kohlenhydrate liefern den Hauptteil der Nahrungsenergie. Sie werden am besten mit Ballaststoffen kombiniert. Ballaststoffe wirken sich günstig auf die Blutzuckerkonzentration aus. Sie sorgen für einen langsamen Anstieg des Blutzuckers.

Zucker ist erlaubt: In kleinen Mengen ist Zucker auch für Diabetiker erlaubt. Zuckerreiche Lebensmittel werden am besten zusammen mit anderen Lebensmitteln gegessen.

Milch und Milchprodukte: Täglich verwendet werden sollten fettarme Varianten von Joghurt, Milch, Käse, Buttermilch, Topfen oder Kefir.

Mageres Fleisch: Pro Woche sollten Diabetiker nicht mehr als 300 bis 600 Gramm - mageres - Fleisch und - magere - Wurstwaren verzehren.

Fisch: Ein- bis zweimal pro Woche sollte Fisch auf dem Speiseplan stehen. Dabei sollten auch fettreiche Arten ausgewählt werden, zum Beispiel Makrele oder Lachs. Sie enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Bei Fett auf Menge und Qualität achten: 60 bis 80 Gramm Fett reichen pro Tag. Diese Menge umfasst die sichtbaren und die versteckten Fette (z. B. in Wurst, Käse). Pflanzliche Öle und Fette sind zu bevorzugen.

Schonende und fettarme Zubereitung: Wenig Koch- und Bratfett verwenden und in geeigneten Pfannen und Töpfen dünsten und braten.

Regelmäßig trinken: 1,5 Liter pro Tag, vor allem Wasser oder zuckerfreie Alternativen. Regelmäßig über den Tag verteilt trinken.

Wenig Alkohol: Ein moderater Alkoholkonsum von bis zu zehn Gramm Alkohol pro Tag für Frauen (ca. 0,25 l Bier) und bis zu 20 Gramm für Männer (ca. 0,5 l Bier) ist auch für Diabetiker akzeptabel.

Unterzuckerung vorbeugen: Das Auslassen einer Mahlzeit, eine zu späte oder zu geringe Kohlenhydratzufuhr, extreme körperliche Aktivität oder größere Mengen Alkohol können eine Unterzuckerung auslösen.

Kohlenhydrate einschätzen: Diabetiker, die Insulin spritzen oder Medikamente einnehmen, müssen den Kohlenhydratgehalt ihrer Mahlzeit abschätzen können. Neben den bewährten Kohlenhydrattabellen ermöglicht die ab 2014 in der EU in Kraft tretende Lebensmittelinformations-Verordnung den Zugang zu besseren Informationen.

Download der aktuellen Leitlinie Diabetes mellitus: ÖDG-Leitlinien Diabetes mellitus - Update 2012

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