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Physische und psychische Erschöpfung als Manifestation der modernen Zeit.
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Mikronährstoffe ausreichend nachfüllen.

 
Allgemeinmedizin 7. Mai 2013

Ausgebrannt und leere Speicher

Ausreichend dosierte Mikronährstoffe kurbeln den Nervenstoffwechsel an.

Höherer Leistungsdruck, ein Überangebot an medialen Reizen und eine immer schneller werdende Kommunikations- und Technikwelt: Burn-out als physischer und psychischer Erschöpfungszustand ist eine typische Manifestation der modernen Zeit.

Die hohe und lang andauernde Überbeanspruchung des Nervensystems, die sich im körperlichen und seelisch-geistigen Zusammenbruch äußert, wird zwar häufig recht salopp angewendet, tatsächlich darunter zu leiden bedeutet für den Betroffenen jedoch nach wie vor ein Stigma, ist ein Zeichen der Schwäche. Manche Berufsgruppen sind besonders davon betroffen: Helfende Berufe ebenso wie bestimmte Führungspositionen mit großer Verantwortung. Burn-out ist häufig von unterschiedlichsten psychosomatischen Krankheitsbildern begleiten, die von Herz-Kreislauf-Problemen, gastrointestinalen Beschwerden über Tinnitus bis zu muskulären Verspannungen reichen können. Über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-(HPA)-Achse und das psycho-neuro-endokrino-immunologische Netzwerk kann Dauerstress verschiedene pathophysiologische und pathobiochemische Folgen haben wie ein geschwächtes Immunsystem und erhöhte Entzündungsaktivität oder auch zu oxidativem Stress und Ähnlichem führen.

Vorbeugen und früh erkennen

Vorbeugende Maßnahmen, aber auch Früherkennung und das Eingeständnis am eigenen Limit zu arbeiten können schwerere Auswirkungen vermeiden. Nicht zu unterschätzen ist die moderne — mangelhafte — Ernährung im komplexen Zusammenspiel der Entstehung von chronischen Erschöpfungszuständen: Industriell bearbeitete Lebensmittel, zu fett und zu viele Zusatzstoffe geben dem Körper nicht das zurück, was er in Zeiten der extremen Belastung auch in ausreichenden Mengen ersetzen müsste. Das physiologische Defizit verstärkt damit die psychische Krise. Der Metabolismus der Neurotransmitter ist mit der psychischen Befindlichkeit des Menschen eng verbunden. Hier spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle im Auf- und Abbau. So äußert sich ein Mangel an Mikronährstoffen zunächst in Symptomen wie Konzen-trationsstörungen, Reizbarkeit, Nervosität und Müdigkeit.

Der erschöpfte Körper und Geist braucht höhere Konzentrationen

Die von Linus Pauling etablierte Orthomolekulare Medizin geht davon aus, dass durch die Veränderung der Konzentration von Substanzen im Körper, die für die Gesundheit erforderlich sind, die Gesundheit erhalten und Krankheiten behandelt werden könne. Zu diesen Substanzen zählen Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme, Aminosäuren, Proteine und Hormone. Diese Mikronährstoffe können damit unterstützend in der Behandlung von Erschöpfungszuständen eingesetzt werden, die genereller Ausdruck eines Energiemangels sind. Wichtig ist dabei die ausreichende Konzentration. Da die meisten Ernährungsempfehlungen vom gesunden Erwachsenen ausgehen, kann sich der Bedarf je nach aktuellem Mangel sehr unterschiedlich darstellen.

Stressfolgen können mit der optimalen Versorgung mit Mikronährstoffen reduziert werden. Sie können zur Reduktion von Endotheldefekten aufgrund der erhöhten Sympathikus-Aktivität beitragen, den Energiestoffwechsels in den Mitochondrien ebenso verbessern wie die antioxidative Kapazität des Organismus, sie vermindern die entzündliche Aktivität und stärken das Immunsystem.

Die Assoziation von am Nervenstoffwechsel beteiligten Mikronährstoffen mit verschiedenen psychischen Störungsbildern ist auch in Untersuchungen gezeigt worden. So wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen verminderten Ferritinkonzentrationen und Depressionsneigungen nachgewiesen. Es wurde gezeigt, dass optimale Lithiumspiegel im Blut die psychische Befindlichkeit verbessern können, eine erhöhte Aufnahme der Vitamine B6 und B12 mit einem verminderten Depressions-Risiko verbunden ist, und ein Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurekonzentrationen und erhöhter Depressionsneigung, besonders bei Frauen, besteht.

Eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen zu denen Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren gehören, könnte also in der Burnout-Therapie und in der Psychosomatik als wichtiger Bestandteil genützt werden. Durch die Zufuhr ausreichender Mengen an zu gering vorhandenen Mikronährstoffen kann meist die Stresstoleranz und das Leistungsvermögen erhöht und die psychische Befindlichkeit verbessert werden. Damit wird letztlich auch ein positiver Kreislauf in Gang gesetzt: Aufmerksamkeit und Kreativität führen wieder zu mehr Lebensfreude.

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