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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

"Wer 'kifft', ist eher 'unterbelichtet'!"

Australische Forscher untersuchten 102 Individuen, die nahezu täglich Cannibis rauchten - die Hälfte über längere Zeiträume - und verglichen sie bezüglich zerebraler Funktionen mit 51 Kontrollpersonen, die cannabisabstinent waren. Die erstgenannte Gruppe zeigt signifikante Defizite bezüglich Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Auch fanden sich ähnliche Unterschiede zwischen den Langzeit- "Kiffern" und denjenigen, die mit Cannabis erst kürzlich angefangen hatten. Anzumerken ist hierzu, dass die Tests zu kognitiven Funktion nach 17-stündiger Abstinenz durchgeführt worden waren. Somit können die Differenzen also nicht Akuteffekte des "Kiffens" darstellen. Die Autoren schließen aus den Daten, dass der Langzeitgebrauch von Cannabis die zerebralen Funktionen negativ beeinflusst. 

Prof. Dr. Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin der Universität Exeter, kommentierte die Studie folgendermaßen: "Als ehemals stolzer Besitzer einer Cannabis-?iniplantage?(nur zum Eigengebrauch!) erfüllen mich diese Daten mit Sorge. Als Wissenschaftler bis ich jedoch nicht überzeugt und möchte eine Hypothese vorstellen, die für mich persönlich keineswegs schmeichelhaft ist: Wer ?ifft? ist durchschnittlich eher ?nterbelichtet? Die hier beobachteten Differenzen sind also nicht Folge des Cannabis-Abusus, sondern der Zusammenhang ist umgekehrt. Die Datenlage ist jedenfalls aus wissenschaftlicher Sicht offen. Kausalzusammenhänge gelegentlich auf wackligen Beinen."

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