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© Medizinische Universität Innsbruck
(V.l.) Prof. Dr. Ludger Hengst (Leiter Sektion für Medizinische Biomedizin), Walter Schiegl (EGGER-Österreich), Prof. Dr. Lukas Huber (Direktor Biozentrum) und Prof. Mag. Dr. Florian Überall (Leiter Forschungsprojekt VocOnCell) vor der neuartigen VOC-Expo
 
Allgemeinmedizin 15. März 2013

VocOnCell – ein Forschungsprojekt mit Zukunftspotenzial

Menschen sind ständig von flüchtigen organischen Verbindungen umgeben.

Menschen sind ständig von flüchtigen organischen Stoffen umgeben. Pflanzen, Tiere, Menschen und technische Werkstoffe sind eine Quelle flüchtiger organischer Verbindungen, sogenannter VOCs (Volatile Organic Compounds). Welche Auswirkungen VOCs aus Holz sowie Holzwerkstoffen auf den Organismus haben, wird am Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht. Vor Kurzem ging eine einzigartige VOC-Expositionskammer in Betrieb, welche eine detaillierte Analyse von VOCs ermöglicht.

Da Menschen immer von flüchtigen organischen Stoffen umgeben sind, ist das Interesse der medizinischen Forschung an diesen sogenannten VOCs in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. So ist beispielsweise bereits bekannt, dass einige flüchtige Inhaltsstoffe von Zirbenholz blutdrucksenkend und schlaffördernd wirken.

Rein technisch kann man VOCs in geringsten Spuren nachweisen, deren biologische Wirksignatur bei unterschiedlichen Konzentrationen an lebenden Zellen ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Dadurch, dass wir uns aufgrund unserer modernen Lebensumstände aber vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten, sind wir auch vermehrt den Emissionen von Dekor- und Baumaterialien, Einrichtungsgegenständen und Kleidungsstücken ausgesetzt“, erklärt Prof. Dr. Florian Überall von der Innsbrucker Sektion für Medizinische Biochemie (Leiter: Prof. Dr. Ludger Hengst) die Hintergründe des Forschungsprojektes „VocOnCell“.

Die Arbeitsgruppe von Überall „Eco- & Nutritional Biochemistry“, die Firma Bioenergy2020+ aus Graz und EGGER Österreich wollen daher mehr über die Wirkmechanismen von natürlich gebildeten flüchtigen organischen Stoffen aus Holz sowie Holzwerkstoffen an Zellmodellen herausfinden. Das international begutachtete und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) vergebene Bridge-Projekt „VocOnCell“ wurde im Januar 2012 gestartet.

VOC-Analysezentrum

Nach rund einem Jahr konnte jetzt das erste Forschungsziel erreicht werden: Die WissenschafterInnen haben ein einzigartiges VOC-Expositionssystem für flüchtige organische Komponenten am Biozentrum etabliert. Diese neuartige Expositionskammer zur Beurteilung der zellulären Wirkung von luftgetragenen flüchtigen Stoffen bzw. Stoffgemischen wurde in Zusammenarbeit mit Techniken der Bioenergy 2020+ GmbH in Graz gebaut und in Innsbruck in Betrieb genommen. Damit ist an der Medizinischen Universität Innsbruck ein eigenständiges VOC-Analysezentrum entstanden. „Erstmalig wird diese neue Expositionskammer eine Prüfung von flüchtigen Einzelsubstanzen, aber auch Substanzgemischen an Zellmodellen erlauben. Das ist auch für die Durchführung weiterer Forschungsprojekte in diesem Bereich wichtig.

Weltweit existiert derzeit keine vergleichbare Anlage“, sagt Prof. Überall. „Mit diesem hoch entwickelten experimentellen Aufbau sind erstmals Untersuchungen in einer kontrollierten Umgebung möglich, die einem hohen wissenschaftlichen Anspruch gerecht werden“, ergänzt Prof. Dr. Lukas Huber, Direktor des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck.

Informationen: https://www.-med. ac.at/imcbc/medclinchemfolder/ medclinchem.html

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