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Allgemeinmedizin 11. März 2013

Übersehene Pneumonien

Eine Pneumonie allein aufgrund der klinischen Zeichen zu erkennen, erweist sich gerade bei leichteren Verläufen als äußerst schwierig. In einer europäischen Studie wurde nicht einmal jede dritte Pneumonie korrekt erkannt.

An der Studie beteiligten sich 294 Hausärzte aus zwölf Ländern, die insgesamt 2.810 aufeinanderfolgende erwachsene Hustenpatienten klinisch untersuchten. Unabhängig von der Hausarztdiagnose wurde bei allen Patienten eine Röntgen-Thorax-Aufnahme angefertigt.

Zwar kamen Hausärzte und Radiologen in 95 Prozent der Fälle zum selben Ergebnis, die Mehrzahl der Pneumonien wurde ohne Bildgebung jedoch übersehen. 140 Patienten (5%) hatten aufgrund des Röntgenbildes die Diagnose Lungenentzündung erhalten, 41 (29%) hatte der Hausarzt korrekt erkannt. Mit nur 29 Prozent hatte die rein klinische Diagnose also eine extrem geringe Sensitivität. Bei den 99 Patienten, deren Pneumonie nicht entdeckt worden war, waren Beschwerden und Symptome wie Fieber und Raschelgeräusche bei der Auskultation weniger ausgeprägt als bei den hausärztlich diagnostizierten.

Die allermeisten Patienten mit unauffälligem Röntgenthorax hatte auch der Hausarzt als pneumoniefrei erkannt; bei 31 (1%) wurde zu Unrecht eine Lungenentzündung diagnostiziert ( Van Vugt SF et al.: Eur Respir J 2013 ).

springermedizin.de, Ärzte Woche 11/2013

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