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Die Influenza macht vor allem Kinder krank.
 
Allgemeinmedizin 20. Februar 2013

Influenza am Plafond

15.100 Neuerkrankungen in Wien vergangene Woche nach 14.600 Fällen in den sieben Tagen davor.

Die saisonale Influenza 2012/2013 ist offenbar am Plafond: Mit in der vergangenen Woche rund 15.100 Neuerkrankungen an "echter" Grippe und viralen Infekten war der Anstieg im Vergleich zu den zwei Wochen davor in Wien schon deutlich geringer. Vor zwei Wochen war man von 14.600 Neuerkrankungen ausgegangen. Das geht aus der neuesten Aufstellung der Wiener Magistratsabteilung 15 (Gesundheitsamt) von Dienstagnachmittag hervor.



Der Verlauf der Entwicklung der saisonalen Influenza-Welle dieses Jahres und der Saison 2011/2012 zeigen vorerst ein ganz ähnliches Bild. Außer, dass die aktuelle Influenza etwas früher startete. Die Verlangsamung des Anstiegs könnte bedeuten, dass der Höhepunkt erreicht ist. 2011 - vor zwei Jahren - war man in Wien etwa um die gleiche Zeit am Gipfel mit fast 20.000 Neuerkrankungen in einer Woche angelangt.

Verschiedene Virenstämme

Bisher grassiert in Österreich vor allem das A(H1N1)-Virus aus der "Schweinegrippe"-Pandemie von 2009/10. Daneben wird von den Virologen seltener das "ältere" A(H3N2)-Virus nachgewiesen. Häufig gibt es auch Infektionen mit der zumeist "milderen" Influenza B.

In Europa gibt es laut dem EU-Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) in Schweden sowohl Staaten, in denen die Zahl der Erkrankten weiter ansteigt, als auch bereits Länder, wo die Aktivität bereits wieder abnimmt.

Kranke Kinder, gefährdete Senioren

Generell sagen die Experten, dass die Influenza vor allem Kinder krank macht, Senioren sind bei sehr schweren Verläufen oft die Todesopfer. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat mit wissenschaftlichen Methoden berechnet, wie gefährlich die saisonale Influenza für die österreichische Bevölkerung ist. Dies erfolgte - roh ausgedrückt - durch den Vergleich der Sterblichkeitsdaten im Vergleich von Jahren mit bzw. ohne heftige Influenzaaktivität. Das Ergebnis: 2002/03 gab es offenbar eine Übersterblichkeit durch die Viruserkrankung von fast 1.600 Toten (über 65 Jahre: rund 1.300), 2004/05 eine von knapp 1.300 Todesopfern (über 65: etwas unter 1.200) und 2008/09 eine Übersterblichkeit mit 1.100 Opfern (faktisch alle unter den über 65-Jährigen).

Impfrate geringer als in früheren Jahren

Laut vielen Experten eindeutiges Manko: In Österreich waren 2008/09 nur 37 Prozent der Senioren, nur 24 Prozent der unter 65-Jährigen und nur 17 Prozent der Angehörigen der Gesundheitsberufe geimpft. Nach der Schweinegrippe-Pandemie (2009/10) ging der Verkauf der Influenza-Vakzine in Österreich auf rund die Hälfte zurück. Im neuen österreichischen Impfplan wird auch die mangelnde Durchimpfungsrate bei der saisonalen Influenza - hier muss man sich jedes Jahr immunisieren lassen - beklagt.

Das Problem der mangelnden Impfungen bei den Angehörigen des Gesundheitswesens liegt darin, dass Infizierte einerseits Patienten anstecken, sie selbst aber für die Betreuung ausfallen. Während der Influenza-Welle kann von den Kassenärzten auch das Influenzamittel "Tamiflu" (Oseltamivir) verschrieben werden.

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