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Allgemeinmedizin 4. Februar 2013

Hustenreiz belastet sehr

Ständige Hustenattacken stören Nachtschlaf und Leistungsfähigkeit

Husten ist mit die häufigste Erkältungsbeschwerde, die den Betroffenen in die Apotheke oder zum Arzt führt. Meist ist die Ursache zwar nur ein einfacher Infekt. Dennoch beeinflussen ständige Hustenattacken oft erheblich den Nachtschlaf und die Leistungsfähigkeit. Je nach Symptomatik sind dann rezeptfreie Hustenpräparate hilfreich.

Ein akuter Erkältungshusten ist zu mehr als 90 Prozent viral - vor allem durch Rhinoviren - bedingt. Zwar klingt ein solcher Husten meist wieder von allein ab. Bis dahin haben Betroffene aber oft etliche schlaflose Nächte hinter sich.

Vielen Patienten sind auch die - zumeist nur subjektiv empfundene - übermäßige Verschleimung und die Schwierigkeit, richtig abzuhusten, sehr unangenehm. Manchmal wird dieses Symptom sogar mit Beängstigung wahrgenommen. Außerdem reizt und schädigt jeder heftige neue Hustenstoß den Rachen- und Bronchialbereich weiter. Der Leidensdruck ist dementsprechend hoch.

Achtung bei Alarmsymptomen wie Atemnot und hohes Fieber

Patienten mit hartnäckigen oder bedrohlichen Symptomen sollten einen Arzt aufsuchen, denn nicht jede „Erkältung“ ist in Wirklichkeit eine harmlose Erscheinung. Alarmsymptome für eine schwerwiegendere Ursache, die eine weiterführende Dia-gnostik erfordern, sind: blutiger Auswurf, Atemnot, sehr hohes Fieber, Brustschmerzen, bestehende HIV-Infektion, laufende Chemotherapie, Tuberkulosegefährdung.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern auch erkältete Asthma- und COPD-Patienten, da sich bei ihnen ohne gezielte antiobstruktive Therapie die Erkrankung verschlechtern kann, sowie sehr alte Patienten. Sei aber von einem harmlosen Erkältungshusten auszugehen, so Dr. Peter Kardos, Pneumologe aus Frankfurt/Main, stehen wirksame OTC-Präparate zur Symptomlinderung zur Verfügung.

Als nicht rezeptpflichtige Wirkstoffe bei einem trockenen und minimal produktiven Husten, wie er gerade zu Erkrankungsbeginn typisch ist, stehen entsprechend dem Ursprungsort des Hustens (Rachenbereich oder Bronchien) eher peripher oder eher zentral wirksame Substanzen zur Auswahl. Eher zentral gegen Hustenreiz wirken Dextromethorphan und Pentoxyverin, die als Saft, Pastillen und Suppositorien (nur Pentoxyverin) zur Verfügung stehen.

Um möglichen sedierenden Effekten und einer Missbrauchsgefahr mit Dextromethorphan zu begegnen, ist die Verordnung von Phytotherapeutika bei Reizhusten zu bevorzugen. „Es gibt Kombinationspräparate mit in randomisierten kontrollierten Studien nachgewiesener Wirksamkeit auf ein schnelleres Abklingen der Symptome durch antientzündliche und antitussive Wirkung“, so Kardos.

Pflanzenpräparate wirken meist innerhalb einer Woche

Nachgewiesene Effekte gibt es etwa für Präparate mit Efeu und Thymian. Für einen definierten Efeuextrakt ist zum Beispiel der Wirkmechanismus inzwischen untersucht. Für Thymian in Kombination mit Efeu beziehungsweise Primelwurzel liegen wiederum zwei Studien mit Bronchitis-Patienten vor, die ein signifikant schnelleres Abklingen von Hustenanfällen im Vergleich zu Placebo ergaben.

Alternativ sind zudem Präparate mit Cineol und Myrtol in der Lage, die bronchiale Clearance zu bessern. Eine Cochrane-Metaanalyse bestätigte wiederum den Nutzen eines Spezialextraktes der Kapland-Pelargonie bei akuter Bronchitis.

Pflanzliche Antitussiva, die Wirkstoffe aus „Schleimdrogen“ wie Isländisch Moos, Spitzwegerich und Eibisch enthalten, wirken im Rachenraum beruhigend. „Ich empfehle bei Erkältungshusten pflanzliche Präparate für die Dauer von einer Woche. Die vorübergehende Anwendung abschwellender Nasentropfen bringt oft weitere Erleichterung, Paracetamol und NSAR können das Fieber senken und das Allgemeinbefinden bessern. Falls möglich, sollten die Patienten einige Tage zu Hause bleiben“, so Kardos

Ist das subjektive Gefühl der Verschleimung für einen Patienten sehr belastend, können Substanzen wie Ambroxol und N-Acetylcystein die Symptomatik oft bessern.

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