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© George Doyle / Stockbyte/ Thinkstock
 
Allgemeinmedizin 21. Jänner 2013

Sartane verhindern Demenz

Verbesserte kognitive Leistung.

Bei Hochdruck-Patienten mit einer Sartantherapie ist die kognitive Leistung besser.

Bei Patienten mit Bluthochdruck ist eine antihypertensive Therapie der beste Schutz vor einer Demenz. Einer der Gründe ist das reduzierte Schlaganfallrisiko unter Antihypertensiva – ein Schlaganfall erhöht das Demenzrisiko deutlich. Doch es gibt darüber hinaus noch weitere günstige Effekte der Blutdrucksenkung, die allerdings nicht bei allen Antihypertensiva in gleichem Maße nachweisbar sind. Nach Daten retrospektiver Analysen deutet vieles auf einen Vorteil von Sartanen bei der Demenzprävention (Arch Neurol. 2012; 69: 1632).

Knapp 900 Gehirne analysiert

Geriater um Dr. Ihab Hajjar von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles haben sich nun Ergebnisse von Gehirnautopsien von 890 Hypertonikern aus einer nationalen Datenbank genauer angeschaut. Für alle Hypertoniker lagen auch Daten zu neuropsychologischen Tests und geriatrischen Diagnosen vor.

So hatten Ärzte bei 41 Prozent von 133 Verstorbenen mit Sartantherapie vor dem Tod eine Alzheimerdemenz festgestellt. Von den 577 Hypertonikern mit anderen Antihypertensiva waren 53 Prozent betroffen und von 180 unbehandelten Patienten mit Bluthochdruck gar 62 Prozent.

Auch war der Anteil ohne kognitive Defizite vor dem Tod in der Gruppe mit Sartanen am höchsten (14%). Dagegen war dieser Anteil mit anderen Blutdrucksenkern etwas niedriger (10%) und ohne Therapie am geringsten (6 %). Auch beim letzten Mini-Mental-Test schnitten die mit einem Sartan behandelten Patienten am besten ab: Ihr Wert lag mit 20 Punkten im Schnitt signifikant über dem Wert der Personen mit anderen Antihypertensiva (16,6 Punkte) und ohne Blutdrucksenkung (15,7 Punkte).

Die neuropathologischen Befunde bestätigten nun weitgehend die Unterschiede bei den klinischen Einschätzungen und Diagnosen vor dem Tod.

Für die Post-mortem-Analyse war etwa die Dichte der Alzheimerplaques in bestimmten Hirnregionen ermittelt worden oder aber die Dichte der Neurofibrillen, wie sie zur Bestimmung der Braak-Stadien nötig wird. Je nach verwendeten Kriterien und Berücksichtigung von Alter und anderen Risikofaktoren war eine definitive Alzheimerdiagnose bei den Hypertonikern mit Sartanen um 32 bis 35 Prozent seltener als bei Hochdruckpatienten mit anderen Therapeutika und um 40 bis 45 Prozent seltener als bei Hypertonikern ohne Therapie.

In Alzheimer-Tiermodellen, so berichten die Studienautoren, ließ sich mit Sartanen die Amyloidablagerung um den Faktor Vier reduzieren. Ein ähnlicher Effekt wurde mit anderen Klassen von Blutdrucksenkern nicht beobachtet. Die Geriater um Hajjar sehen darin eine mögliche Erklärung für die geringere Alzheimerinzidenz unter Sartanen.

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