zur Navigation zum Inhalt
© Ivonne Wierink / Shutterstock.com
 
Allgemeinmedizin 27. Jänner 2013

Genmodifizierte Erbsen

Kein erhöhtes Allergierisiko.

Bisher wurde angenommen, dass eine bestimmte Art genmodifizierter Erbsen aufgrund ihrer Modifikation bei Mäusen zu Allergien führt. Diese Annahme wurde nun durch eine aktuelle, an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien durchgeführte Studie widerlegt.

Im Tierversuch zeigte sich, dass Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder Bohnen bei Mäusen generell Allergien hervorrufen können. Und zwar unabhängig davon, ob in ihnen das Protein aAI natürlich, durch gentechnische Modifikation oder überhaupt nicht enthalten ist. Dazu Studienleiterin Michelle Epstein von der Universitätsklinik für Dermatologie, Abteilung für Immunodermatologie und infektiöse Hautkrankheiten: „Sogar der Verzehr nicht gentechnisch modifizierter Erbsen führte zu einer allergischen Reaktion auf das Protein aAI.“

Kreuzallergie verantwortlich

Verantwortlich für dieses überraschende Ergebnis ist laut Epstein folglich auch nicht – wie bisher angenommen – die gentechnische Modifikation mit dem Protein aAI, sondern eine Kreuzreaktion mit einem anderen in Erbsen vorhandenen Protein. Dieses Erbsen-Lektin scheint der wahre Grund für die Allergie auf das Protein aAI zu sein. Epstein: „Diese Erkenntnis belegen unsere Versuche. Dabei zeigte sich, dass mit dem Protein aAI gentechnisch modifizierte Erbsen die gleiche allergene Wirkung haben wie Bohnen oder gentechnisch nicht veränderte Erbsen.“ Um die Frage einer möglicherweise erhöhten allergenen Wirkung der untersuchten genmodifzierten Erbsen abschließend zu beantworten, sind weitere Studien erforderlich.

„Bohnen-Gen“ für schädlingsresistente Erbsen

Das Protein aAI ist ein natürlicher Bestandteil von Bohnen. Diese sind dadurch gegen den Schädling Bruchus pisorum (Rüsselkäfer) resistent, der bei Erbsen die Ernten um bis zu 30 Prozent reduzieren kann. Aus diesem Grund wurden in den Jahren 1994 bis 2005 Erbsen entwickelt, welche mithilfe der Gentechnik dieses „Bohnen-Gen“ enthalten. Die weitere Entwicklung wurde jedoch gestoppt, nachdem erste Tests mit diesen Erbsen eine allergene Wirkung zeigten. Die vorliegende Studie kommt nun zum gegenteiligen Ergebnis wie diese Erststudie.

MedUni Wien, Ärzte Woche 4/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben