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© Nold P et al. 2013
Fettspeichernde Zellen, im neuen Verfahren gewonnen.
 
Allgemeinmedizin 21. Jänner 2013

Stammzellen wie vom Fließband

Erstmals wurden adulte Stammzellen kultiviert, die dem industriellen Fertigungsstandard der Good manufacturing practice (GMP) genügen und somit zu Behandlungszwecken angereichert werden können. Insbesondere kommt das neue Zellkulturverfahren ohne tierisches Eiweiß aus, das zu allergischen Reaktionen führen könnte.

Mesenchymale Stammzellen (MSC) sind adulte Stammzellen, die aus verschiedenen menschlichen Geweben gewonnen werden können. Sie besitzen eine hohe Plastizität, weshalb sie experimentell zur Regeneration von Wunddefekten bei Haut-, Knorpel- oder Knochenschaden eingesetzt werden, aber auch bei Muskel- oder Herzmuskeldefekten. Sogar Nervengewebe lässt sich inzwischen aus diesen Stammzellen gewinnen.     

Ihre Anreicherung für Studien erfolgt immer in Flaschenkulturen. Für die Behandlung eines Patienten benötigt man aber mindestens 100 Millionen Zellen und daher sehr viele Einzelkulturflaschen, was eine hohe Gefahr für Verunreinigung birgt. Darüber hinaus erforderte die Kultivierung bislang den Einsatz von Rinderserum, auf das manche Patienten allergisch reagieren.

Nun wurde erstmals eine Kultivierungsmethode für MSC etabliert, bei der die Zellen in einem Hohlfasersystem wachsen. Das Hohlfasersystem ist in sich geschlossen und besitzt eine große Oberfläche auf kleinstem Raum. Statt Tierserum werden menschliche Zellprodukte verwendet. Dadurch lassen sich MSC künftig für den Einsatz am Menschen in großem Stil anreichern. Gleichzeitig werden die hohen Anforderungen der Arzneimittelherstellung erfüllt.

Nold P et al.: Biochem Biophys Res Commun 2013; 430 (1): 325–330

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