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Allgemeinmedizin 4. Dezember 2012

35 Jahre Methadon in Österreich

1987 wurde in Österreich die Substitutionstherapie eingeführt.

War sie damals noch „Ultima Ratio“, so ist die Substitutionsbehandlung heute die Therapie der ersten Wahl bei Opiatabhängigkeit.

Die Einführung erfolgte überwiegend unter dem Eindruck einer drohenden HIV-Epidemie unter intravenös konsumierenden Drogenabhängigen und der Sorge, diese könnte auf die Allgemeinbevölkerung übergreifen. Mit der Entzugsbehandlung und ihrer hohen Rückfallrate von 80 bis 90 Prozent stand man der HIV-Ausbreitung relativ hilflos gegenüber. Erst mit der Einführung der Substitutionsbehandlung und Maßnahmen wie z. B. Spritzentauschprogrammen, konnte der Ausbreitung von HIV wirksam und erfolgreich begegnet werden. So gelang es, die HIV-Infektionsrate unter Drogenkonsumenten stabil auf etwa sechs Prozent zu reduzieren – ein im internationalen Vergleich beachtlich niedriger Wert.

22 Jahre später wird die Substitutionsbehandlung in den WHO-Empfehlungen von 2009 als die „effektivste Behandlungsform bei Opiatabhängigkeit“ benannt. „Verglichen mit der Entzugsbehandlung oder gar keiner Behandlung reduziert die Methadon-Behandlung signifikant den Konsum von Opiaten und anderen Drogen, die kriminelle Aktivität, die HIV-Ansteckungsrate, die Überdosierungsrate und die Gesamtsterblichkeit“, heißt es unter anderem in diesem Bericht.

In Anbetracht dieser Erkenntnisse ist es verwunderlich, dass die Substitutionsbehandlung jüngst infrage gestellt und eine Abkehr von dieser international anerkannten und unverzichtbaren Behandlungsform gefordert wurde, meint die Österreichische Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung von Suchtkrankheit (ÖGABS).

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