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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Leben ohne Alkohol

Auf der Station für alkoholkranke Männer des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe in Wien wurden vom Leiter der Abteilung, Prim. Dr. Harald David, neue Projekte zur Bekämpfung der Alkoholkrankheit ins Leben gerufen. Für Alkoholiker und deren Angehörige gibt es die Möglichkeit zum telefonischen Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen; die Aktion "fit for life - leben.alkoholfrei" läuft bereits seit über einem Jahr. Ein Konzept zur lückenlosen Betreuung während der Alkoholismustherapie ist gerade in Arbeit.

Mitte April wurde eine Hotline von Betroffenen für Betroffene eingerichtet. Patienten der Abteilung für Alkoholkranke, die gerade eine Entwöhnungsbehandlung durchmachen, geben Betroffenen und Angehörigen Rat und Hilfe. Sie berichten über die Krankheit, Behandlungsmöglichkeiten und ihren eigenen Weg sowie ihre Motivation zur Entwöhnung. Als Spezialisten ihrer Krankheit können sie kompetent beraten und sind gleichzeitig dazu angehalten, sich noch intensiver mit ihrer eigenen Problematik auseinanderzusetzen.

Bei regelmäßigen abteilungsinternen Gruppengesprächen haben die Patienten, die im Rahmen ihrer Therapie in der Hotline tätig sind, die Möglichkeit, die Telefonate aufzuarbeiten. Erste Erfahrungswerte zeigen, dass die Hotline reges Interesse findet. Typische Fragen sind, wie man sich verhalten soll, wenn ein Angehöriger trinkt.

Bereits im letzten Jahr wurde im Rahmen eines Wettbewerbs eine Bildmarke für das Alkoholinstitut des Otto-Wagner-Spitals kreiert. Mit dem Logo und der entsprechenden Präsentation auf T-Shirts, Plakaten usw. versucht das Institut im Sinne des Modellprojektes "Gesundheitsfördernde Krankenhäuser" nicht nur zu behandeln sondern bereits im Vorfeld Prävention zu betreiben. Das Logo mit dem Slogan "fit for life - leben.alkoholfrei" soll die Gesellschaft für das oft tabuisierte Thema Alkoholismus sensibilisieren. Für viele der entlassenen Patienten, die bereits eine Entwöhnung hinter sich haben, bedeutet das Tragen der T-Shirts eine Hilfestellung gegenüber dem Trinkdruck durch die Gesellschaft.

Das nächste Projekt ist bereits in Planung. Dabei handelt es sich um die Einrichtung eines sogenannten Verbindungsdienstes, der eine lückenlose Betreuung Alkoholkranker von der Aufnahme bis zur Zielerreichung der Unabhängigkeit vom Alkohol gewährleistet: Tagesstätten, in denen abstinenten Alkoholkranken, die nicht mehr in einen Arbeitsprozess eingegliedert werden können, eine sinnvolle Tagesstruktur geboten wird.

David: "Je mehr Angebote es gibt und je niederschwelliger sie sind, desto mehr werden sie genutzt."

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