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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Hausärzte gut für Alkoholiker

Madison. Kurzzeit-Interventionen durch Hausärzte sind tatsächlich geeignet, Patienten mit erhöhtem Alkoholkonsum zu bewegen, weniger zu trinken. 
Fragen zum Trinkverhalten, Hinweise etwa auf erhöhte Leberwerte und Absprachen über Trinkmengen haben bei etwa 20 Prozent von ihnen Erfolg.
Zur dieser Intervention gehört auch, regelmäßig kurz mit den Patienten über Probleme bei der Mengenreduktion zu sprechen und sie immer wieder zu ermutigen. Die Betroffenen sollen zudem über Trinkverhalten und -menge Buch führen.
Michael Fleming et al, Universität Wisconsin, haben vier Jahre insgesamt 774 Patienten untersucht, die mehr als 20 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag tranken. Nach dem Eingangsgespräch wurden die Patienten nach 6 Monaten und dann jährlich befragt, wie viel sie in der jeweils vergangenen Woche getrunken und wie oft sie die Kontrolle über die Trinkmenge verloren hatten. 
Im Vergleich zur Kontrollgruppe gelang es den Patienten in der Interventionsgruppe, die Alkoholmenge um durchschnittlich ein Drittel zu senken. 
Dieser Effekt hielt auch nach vier Jahren an. Flemings Fazit: Das Ergebnis sei beachtlich und von großer Bedeutung für die Gesundheit von alkoholkranken Patienten.
Und auch Patienten, die schon lange in die Praxis kommen, sollten immer wieder zu ihrem Alkoholkonsum befragt werden. 

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