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Allgemeinmedizin 5. November 2012

Suchtgefahren

Deutschlandweit sind schätzungsweise etwa 1,5 Millionen Menschen medikamentenabhängig. Besonders häufig sind Frauen über 60 Jahren betroffen. Apotheker fungieren hier als Aufklärer.

„Im Alter nehmen die Menschen mehr Medikamente ein. Es liegt also in der Natur der Sache, dass die häufigste Suchterkrankung bei älteren Menschen - neben der Alkoholsucht - die Medikamentensucht ist. Vor allem die Abhängigkeit von Schlaf- und Beruhigungsmitteln nimmt mit steigendem Alter zu“, sagt Apothekerin Cyn thia Milz, Sprecherin des WIPIG - Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer. Viele Betroffene sind sich ihrer Abhängigkeit gar nicht bewusst.

Die Apothekerinnen und Apotheker sind aufgrund ihres engen Kontaktes zu den Patienten gute Ansprechpartner, um Betroffenen und Angehörigen Hilfestellung zu geben. Außerdem sind sie gesetzlich verpflichtet, bei begründetem Verdacht auf Missbrauch, das Medikament nicht abzugeben. Die Patienten können sich darauf verlassen, dass die Apothekerinnen und Apotheker diese Aufgabe sehr ernst nehmen, betont Milz. Mit entsprechendem Informationsmaterial unterstützt das WIPIG die bayerischen Apotheker in der gezielten Patientenaufklärung.

Apotheker in Prävention eingebunden

Mit der Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“, die Anfang diesen Jahres in Deutschland verabschiedet wurde, werden auch die Apotheker eng eingebunden, denn Apothekern kommt eine wesentliche Funktion in der Beratung zu Arzneimitteln und damit in der Prävention von Arzneimittelmissbrauch zu. „Sie können zu einem frühen Zeitpunkt zielgerecht auf die Suchtgefahren und andere Risiken aufmerksam machen und zur Motivation einer indikationsgerechten Anwendung beitragen“, so das Strategiepapier.

In der Stärkung der wohnortnahen Individualapotheke sieht Milz die beste Möglichkeit, die zunehmende Medikamentenabhängigkeit weiterhin zu bekämpfen. „Unser Ziel ist eine möglichst breite Aufklärung und Beratung. Die Apotheker sind in der Lage und auch willens ihren Beitrag dazu zu leisten“, stellt Milz fest.

Quelle: Presseaussendung WIPIG

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