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Allgemeinmedizin 5. November 2012

Kopfschmerz durch Schmerzmittel

Grazer Experte warnt.

90 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen nehmen Schmerzmedikamente, zeigt eine auf dem Deutschen Schmerzkongress vorgestellte Studie. Die dabei am häufigsten eingesetzten Medikamente sind Paracetamol und NSAR wie z. B. Ibuprofen – sie werden von jeweils etwa der Hälfte der Kinder und Jugendlichen eingenommen. Etwas mehr als ein Viertel der Betroffenen nimmt sogar beide Analgetika parallel ein.

Mädchen werden signifikant häufiger mit NSAR, Opioiden und Metamizol behandelt als Burschen, auch für Ibuprofen gibt es einen solchen Trend. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Kinder, die Medikamente einnehmen, mit zunehmendem Alter signifikant an. Besonders deutlich wird dies bei Metamizol: Während bei den unter 12-Jährigen jedes zehnte Kind Metamizol verabreicht bekommt, ist es bei den über 12-Jährigen schon jedes Fünfte. Die Studienautoren: „Weitere Analysen der Vergabepraxis sind notwendig, um sicherzustellen, dass die Versorgung nachhaltig verbessert werden kann.“

Mit zunehmendem Konsum steigt das Risiko

Kinder leiden, abhängig von ihrem Alter, hauptsächlich an Bauch- oder Kopfschmerzen. Bei Jugendlichen kommen Schmerzen am Bewegungsapparat und bei Mädchen Regelschmerzen dazu, so Prof. Dr. Josef Donnerer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz anlässlich der 12. Österreichischen Schmerzwochen. „Solange man ein paar Mal pro Monat ein Schmerzmittel einnimmt, ist das prinzipiell in Ordnung. Problematisch wird es erst, wenn der Konsum steigt.“ Denn mit dem zunehmenden Schmerzmittelkonsum steigt auch das Risiko des Analgetika-Kopfschmerzes, bei dem das Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen kann. Werden weiter Schmerzmittel eingenommen, um den Kopfschmerz zu bekämpfen, kann das bis zur Medikamentenabhängigkeit führen.

Keine Selbstmedikation ohne ärztliche Konsultation

Die Behandlung von chronischen Schmerzen bei Kindern, so Donnerer, sollte deshalb von einem Arzt durchgeführt werden, und nicht als Selbstmedikation ohne ärztliche Konsultierung betrieben werden.

„Metamizol ist nur für die kurzfristige Anwendung geeignet und sollte keinesfalls länger als eine Woche eingenommen werden“, so Donnerer, der auf die Bedeutung eines Magenschutzes auch bei der Einnahme von NSAR hinweist: „Magenprobleme sind unabhängig vom Alter. Daher sollte man bei Magenproblemen auf jeden Fall einen Magenschutz zum Schmerzmittel geben.“

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