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Allgemeinmedizin 27. Oktober 2012

Wasser genügt vollauf

Auf der Suche nach preiswerten und effektiven Mitteln zur Wundreinigung ist man beim Leitungswasser angelangt. Billig ist es zweifellos. Fragt sich, ob es den Anforderungen ans Wundmanagement gerecht wird. Eben dieser Frage wurde auf Basis eines Cochrane-Reviews (Fernandez et Griffiths 2012) nochmals auf den Grund gegangen. Die Antwort von Cooper und Seupaul fällt eindeutig aus: Jawohl, Leitungswasser reicht. Weil es leicht verfügbar ist, nicht viel kostet, wirkt und effektiv ist, ist Wasser aus der Leitung in der Notfallpraxis dringend für die Wundreinigung in Betracht zu ziehen, lautet ihr Fazit.

Überlegen bei akuten Wunden

Antiseptisch wirksame Präparate zur Wundreinigung sind etwas aus der Mode gekommen. Der Grund dafür sind toxische Wirkungen und Befunde aus Tierversuchen, in denen solche Substanzen die Wundheilung behindert haben. Zum Favoriten avancierte isotonische Kochsalzlösung, von der man sich erwartete, nicht mit den Heilungsprozessen zu interferieren.

In den einschlägigen Studien wurde der reinigende Effekt von Leitungswasser im Vergleich zu isotonischer Salzlösung an Risswunden, offenen Frakturen, chronischen und chirurgischen Wunden getestet. Primärer Endpunkt war die Häufigkeit von Wundinfektionen. Ergebnis: kein Unterschied – bis auf einen Fall, nämlich akute Wunden von Erwachsenen. Hier erwies sich das Leitungswasser sogar als signifikant überlegen, das Infektionsrisiko lag im Mittel um 17 Prozent niedriger als nach Spülungen mit Kochsalz.

Cooper DD, Seupaul RA: Ann Emerg Med 2012; doi: 10.1016/j.annemergmed.2012.06.011

springermedizin.de, Ärzte Woche 43/2012

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