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Muskelkater beeinträchtigt die Freude an weiterer Sportausübung.
 
Allgemeinmedizin 8. Oktober 2012

Muskelkater lindern

Wärme, Kälte und Elektrofeldtherapie versuchen, den Muskel schneller wieder in Schwung zu bringen

Muskelkater zählt zu den häufigsten Beschwerden im Sport überhaupt. Er ist a eine Überlastung und dadurch entstehende Mikrotraumen im Muskel zurückzuführen und beeinträchtigt häufig die weitere Sportausübung.

Heilungsbeschleunigung bringt Wärmetherapie und auch die pulsierende Elektrofeldtherapie (Pulsed Electomagnetic Field Therapy, PEMF), für die kürzlich beim 13. Kongress der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) in Berlin neue Ergebnisse vorgestellt wurden.

Zeitverzögerter Muskelkater ist jener Schmerz, der meist erst Stunden nach hoher Belastung bestimmter Muskelpartien auftritt. Als Verursacher gelten Mikrorisse in den Sarkomeren, den kleinsten funktionellen Einheiten im Muskelgewebe, die beim Abbremsen von Bewegungen entstehen. In den Rissen bilden sich Entzündungen, die gemeinsam mit Wasser Ödeme bilden und den Muskel anschwellen lassen. Werden zwölf bis 24 Stunden später Abfallprodukte aus diesen Rissen befördert und treffen auf Nervenzellen, führt das zum typischen Dehnungsschmerz.

VerschiedeneTherapieansätze

Viele der verbreiteten Gegenmaßnahmen wie etwa das Dehnen vor und nach dem Training zeigen laut Studien kaum Wirkung, und gut gemeintes Massieren verzögert die Heilung sogar statt sie zu beschleunigen. Positive Ergebnisse für die Schmerzlinderung und Genesung der Muskelfaser liefert hingegen die Wärmebehandlung. Auch die pulsierende Magnetfeldtherapie hat das Potenzial, sich beim Muskelkater etwa nach einem Marathon zu etablieren, zeigten dänische Forscher durch die erste randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie dieser Art.

Eine Analyse mehrerer Studien erbrachte dagegen, dass auch kaltes Wasser dem Muskelkater vermutlich vorbeugen kann. Ursprünglich dienten kalte Bäder der akuten Therapie von Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen. Man verspricht sich antientzündliche Effekte und eine Flüssigkeitsverlagerung von intrazellulär nach intravaskulär, der kardiale Output und der Blutfluss sollen erhöht, Nährstoffe herbei- und Metaboliten abtransportiert werden.

Mit den Kaltwasserbädern konkurrieren in der Muskelkaterprävention nach starken Belastungen beispielsweise

Wechselbäder: Das Ziel ist auch hier eine verbesserte Durchblutung.

Warmwasserbäder: Die nasse Prävention für Zimperliche.

Aktive Erholung: Mäßige Bewegung, etwa 15-minütiges leichtes Jogging, soll die Durchblutung steigern - und diese wiederum Metaboliten wie Laktat ausschwemmen.

Kompression:Kompressionsstrümpfe erfreuen sich vor allem bei Läufern einiger Beliebtheit. Die Idee dahinter ist, mit dem verengten Venendurchmesser die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen, wodurch Gewebeflüssigkeit leichter ausgeschwemmt und die Regeneration erleichtert werden soll.

Quelle: Presseinformation EFFORT, Abstract 3384: Pulsed electromagnetic field therapy reduces delayed onset muscle soreness in marathon runners. A double-blind randomized placebo-controlled study. Cochrane-Review: Scheut der Muskelkater kaltes Wasser? In: MMW - Fortschritte der Medizin 2012/4, www.springermedizin.de

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