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© Canad. Med. Assoc. J. 184 (2012) 1, E83
Perforierte Appendizitis mit extraluminaler Gasansammlung, freier Flüssigkeit und Fäkolithen.
 
Allgemeinmedizin 29. September 2012

Appendizitis nach Appendektomie

Manche Menschen haben zwei Appendices, die sich auch beide entzünden können.

Die anamnestische Angabe einer Appendektomie, die typische Narbe im rechten Unterbauch oder auch die Narben nach einem laparoskopischen Eingriff schließen eine Appendizitis keinesfalls aus.

Ein 19-Jähriger mit Zustand nach laparoskopischer Appendektomie wegen perforierter Appendizitis suchte wegen seit fünf Tagen bestehenden periumbilikalen Bauchschmerzen, die sich in den rechten unteren Quadranten verlagert hatten, die Nothilfe auf. Die Ultraschalluntersuchung ergab keinen hinweisenden Befund und der Patient wurde unter der Diagnose einer Gastroenteritis stationär aufgenommen. In der Nacht entwickelte der Patient Fieber, eine Leukozytose von 2000/µl und Zeichen einer Peritonitis. Das Abdomen-CT zeigte freie Flüssigkeit, freie Luft und Kotsteine rechts parakolisch (siehe Abbildung).

Unter der Diagnose einer komplizierten Appendizitis wurde der Patient laparatomiert. Nach Mobilisierung des Coecums zeigte sich ein großer parakolischer Abszess, in dem eine nach retrozökal geschlagene, perforierte und nekrotische Appendix erkennbar war. Die Stelle der früheren Appendektomie konnte nicht identifiziert werden.

Der abschließende pathologisch-anatomische Befund ergab eine eitrige Appendizitis mit Perforation. Zur Überraschung der Ärzte zeigte ein Blick in die Krankenakten des Patienten, dass diese Diagnose auch bei der ersten Appendektomie gestellt wurde. Offensichtlich lag bei dem Patienten eine Appendix-Duplikatur mit metachroner Appendizitis vor.

Quelle: MMW - Fortschritte der Medizin 2012/5, basierend auf: Martin KL et al.: Canad. Med. Assoc. J. 2012; 184 (1), E83

springermedizin.de, Ärzte Woche 39/2012

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