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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Testosteron beeinflusst fast alle Körperfunktionen

Man kann davon ausgehen, dass sich Männer ein Drittel ihres Lebens in einem partiellen Androgendefizit befinden. Mit der Einführung der Testosteron-Ersatztherapie eröffnen sich neue Möglichkeiten, auf die Sexualfunktion des älter werdenden Mannes wie auch eine Reihe anderer Systemerkrankungen Einfluss zu nehmen.

Sexualhormone haben vielfältige Funktionen

Sexualhormone sind nicht nur für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane verantwortlich, sondern auch Voraussetzung für die männliche Identität, Sexualität und Fruchtbarkeit. Sie beeinflussen fast alle Funktionen des Körpers und sind für die Körperabwehr ebenso unersetzlich wie auch für Prozesse des Alterns verantwortlich. Darüber hinaus haben sie entscheidenden Einfluss auf die Beschwerden infolge der männlichen Form des Wechsels.

Wie alle androgenabhängigen Systeme besitzen auch die Leydig-Zellen  der Ort der Testosteronbiosynthese  Hormonrezeptoren: über LH-Rezeptoren und FSH-Rezeptoren wird in den Keimzellen die Spermienentwicklung gesteuert. Bei Verlust oder Mangel dieser Rezeptoren können die hormonvermittelten Signale nicht auf die Zellen des Keimgewebes übertragen werden und es kommt zu einem Ausfall der Spermienproduktion oder einer hormonellen Fehlregulation.

Testosteron muss ständig neu gebildet werden

Testosteron wird in den Hoden aus Cholesterin gebildet, das durch LH aus dem Hypophysenvorderlappen für die Synthese bereitgestellt wird. Da neu gebildetes Testosteron nicht aufbewahrt oder gespeichert wird, muss es immer wieder neu produziert werden. Testosteron und seine Vorläuferstufe Androstendion werden durch ein Enzym (Aromatase) zu Östradiol und Östron umgewandelt. Damit ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen Androgenen und Östrogenen. Testosteron erreicht seine Zielorgane entweder durch einen Andockmechanismus an das "Androgenbindende Protein" direkt (beispielsweise in den Samengängen oder Nebenhoden) oder aber über den Blutstrom.

Auf diesem Weg wird es von einem Molekül quasi Huckepack aufgeladen (Sexual Hormon Bindendes Globulin -SHGB) und erreicht so die Androgenrezeptoren im Skelett, an den Muskeln, Haut und Haaren, an Kehlkopf, Genitalapparat und Knochenmark, aber auch in den Keimdrüsen, wo es für die Spermienproduktion verantwortlich ist.

Erreicht ein Mann das fünfte oder sechste Lebensjahrzehnt, beginnt eine allmähliche Abnahme der Testosteronproduktion in den Hoden.

Aber auch in anderen Zentren des Körpers nimmt die Hormonproduktion ab. Das Nebennierenhormon DHEA (Dihydroepiandrosteron) nimmt an Konzentration ab. Aber auch das aus Testosteron (durch die Aromatase) gebildete Östrogen verringert sich. Diese hormonellen Veränderungen werden heute als die Ursachen der männlichen Form des Klimakteriums angesehen.

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