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Allgemeinmedizin 29. September 2012

Kein guter Bakterienkiller

Wegen seiner antibakteriellen Wirkung wird Silber vielfach medizinisch eingesetzt. In der benötigten Dosis schädigt es aber menschliches Gewebe. Außerdem wird die Wirkung auf Bakterien durch das Vorhandensein von Bluteiweiß geschwächt. Dies wurde im Rahmen von Testserien mit Silber-Nanopartikeln festgestellt.

Versuche mit verschiedenen Bakterien bestätigten die keimtötende Wirkung. Doch dann zeigte sich, dass die Silberionen in der gleichen Konzentration auch Fibroblasten schädigten, die für die Wundheilung wichtig sind. Weitere Tests bewiesen, dass tatsächlich die Ionen die Zellen geschädigt haben und nicht etwa der Kunststoff, in dem die Nanopartikeln eingebettet waren, wie zunächst vermutet wurde.

Wurde den Proben Albumin zugesetzt, verschlechterte das die antibakterielle Wirkung des Silbers, die zellschädigende Wirkung blieb die gleiche. Die therapeutische Breite von Silber wird daher von den Autoren als extrem klein eingestuft, der praktische Einsatz sei riskant.

In weiteren Projekten sollen nun Nanopartikeln aus „sanfteren“ Materialien wie Zink, Eisen und Magnesium zur Heilung von Brandwunden getestet werden.

Grade S et al.: RSC Adv 2012 ; 2: 7190–96

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