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Allgemeinmedizin 25. August 2005

"Gesundheitsmanager" für Männer

Als "Meilenstein in der Männergesundheit und weltweit einmaliges, bahnbrechendes Pilotprojekt" bezeichnete Univ. Prof. Dr. Siegfried Meryn, Abteilung für postgraduelle medizinische Weiterbildung an der Universität Wien, den neuen "Gesundheitsmanager", eine Initiative der "Ärzteplattform für Männergesundheit".

Zu den bekannten Risikofaktoren wie beispielsweise falsche Ernährung, Blutfette, Blutdruck, Bewegungsmangel oder Alkohol- und Nikotinmissbrauch gibt es in der neuen Broschüre standardisierte Tests. Am Ende steht eine Gesamtauswertung mit entsprechenden Empfehlungen für die Gesundheit. Einzelne Krankheitsbilder sind in den folgenden Blöcken zusammengefasst: Herz- Kreislaufrisiko, Urologie, Psychiatrie/Neurologie und Onkologie (Krebs).
Kein Ersatz für Arztbesuch

Der "Gesundheitsmanager" soll keinesfalls den Besuch beim Arzt ersetzen, sondern "eine frühe Beschäftigung mit der Gesundheit fördern und den Weg zu einem Arzt des Vertrauens bahnen", wie Meryn betonte. "Wir wollen Männer ansprechen, bevor sie Patienten werden."

Männer ganz gezielt ansprechen

Motivation der "Ärzteplattform Männergesundheit" für ihre Initiative war laut Meryn das deutlich niedrigere Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein bei Männern. "Denn trotz steigender Lebenserwartung haben Männer weiterhin eine um sechs Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen."

Prof. Dr. Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin der Universität Wien, die ebenfalls der "Ärzteplattform Männergesundheit" angehört, begrüßte den "Gesundheitsmanager" als eine erstmals "speziell auf die Bedürfnisse von Männern abgestimmte praktische Hilfe zur Gesundheitsvorsorge" und hob hervor, dass "Männer nicht gerne mit dem medizinischen System Kontakt aufnehmen, auch nicht, um sich einfach einmal durchchecken zu lassen. In Wien beispielsweise nehmen nur 4 Prozent der Männer Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch!"

Auch Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, bestätigte, dass Selbsttests zur Einschätzung von Krankheitsrisiken im Trend liegen und freut sich, den "über 250.000 Menschen, die täglich auch mit Fragen zur Gesundheit in Österreichs Apotheken kommen, mit dem neuen ?esundheitsmanager? eine weitere praktische Hilfe anbieten zu können."

Gesundheitsmarker Erektile Dysfunkion

Der neue "Gesundheitsmanager" legt sein Hauptaugenmerk auf die großen Herausforderungen im Bereich der Männergesundheit: kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, erektile Dysfunktion, Prostataerkrankungen, Krebs und Depression. Meryn hielt fest, dass es sich zum Beispiel bei der erektilen Dysfunktion nicht um ein life- style-Thema handelt, sondern oft um einen Hinweis auf eine organische Erkrankung, die bisher unerkannt blieb. Die Bedeutung der Erektionsfähigkeit als wichtigen Gesundheitsmarker bestätigte auch Univ. Prof. Dr. Peter Petritsch, Universitätsklinik für Urologie, Karl-Franzens-Universität, Graz.

"In Österreich gehen wir von 700.000 Männern mit Erektionsproblemen aus: Jeder Fünfte im Alter von 40 Jahren und jeder Dritte der über 70-Jährigen ist betroffen", so Petritsch. "Der neue ?esundheitsmanager? bietet Männern eine praktische Hilfe, um unter anderem herauszufinden, ob sie an Erektiler Dyfunktion leiden. Der Gesundheitsmanager kann ein wichtiger Wegweiser zur systematischen Abklärung der Ursachen von Erektionsstörungen sein", begrüßte Petritsch auch aus dem Blickwinkel der Urologie die neue Initiative. Petritsch erwähnte, dass die Erektile Dysfunktion erfolgreich behandelt werden kann: "Mit Sildenafil steht rstmals ein Medikament zur Verfügung, das man ganz einfach einnehmen kann und das die erste Wahl unter den Behandlungsmöglichkeiten geworden ist. Studien belegen, dass 60 bis 70 Prozent der Betroffenen mit Sildenafil geholfen werden kann."

Die Proponenten der neuen Initiative sind alle überzeugt, dass Männergesundheit und männliches Gesundheitsbewusstsein ein großes Verbesserungspotenzial haben. Die Hautptverursacher verlorener Lebensjahre bei Männern seien bekannt und die Risikofaktoren der Vorsorge zugänglich. Meryn postulierte abschließend: "Vorsorge wird der Schlüssel für unsere Gesundheit im 21. Jahrhundert!"

Der "Gesundheitsmanager" wird an alle niedergelassenen Ärzte in ganz Österreich versendet werden und auch in allen Apotheken gut sichtbar an den Verkaufspulten bereitliegen. Er kann außerdem über die Hotline der Ärzteplattform für Männergesundheit 0810/0012 62 oder beim Postfach 94, 1033 Wien, unter dem Stichwort "Männergesundheit" angefordert werden. Die Broschüre konnte mit freundlicher Unterstützung der österreichischen Apothekerkammer und dem Pharmakonzern Pfizer realisiert werden.

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