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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Erektion fördern, dort, wo sie entsteht

Mit dem zentral wirkenden Apomorphin Hydrochlorid (Uprima®) steht eine innovative und sichere Behandlungsoption der erektilen Dysfunktion kurz vor der europäischen Marktzulassung.

Erektile Dysfunktion - ein wachsendes Problem

Epidemiologische Studien zeigen, dass über die Hälfte der 40- bis 70-Jährigen mit dem Gesundheitsproblem einer Erektilen Dysfunktion (ED) zu kämpfen haben. Weltweit leiden derzeit etwa 152 Millionen Männer an Erektionsstörungen. Nach Schätzungen wird diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 322 Millionen ansteigen. In Österreich leiden etwa zwischen 600.000 und 800.000 Männer an einer ED.

Neuartiger Wirkmechanismus

Mit Apomorphin Hydrochlorid, einer rasch löslichen Sublingual-Tablette, steht erstmals ein zentral wirksames Medikament für die Behandlung der ED kurz vor der europäischen Marktzulassung. Experten am 16. Kongress der European Association of Urology in Genf, 9.-12. April, gestützt auf aktuelle Studienergebnisse: Apomorphin verfügt über eine raschere, innerhalb weniger Minuten einsetzende Wirkung bei ähnlicher Effizienz wie Sildenafil. Daneben kann Apomorphin auch bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, wie koronare Herzkrankheit, Diabetes oder Hypertonie ohne Risiko eingesetzt werden. Prof. Jeremy Heaton vom Queen´s University College, Ontario, Kanada, stuft Apomorphin als first-line-Medikament bei ED ein: "Uprima® zeichnet sich durch einen Wirkungseintritt innerhalb von 20 Minuten aus, verglichen mit 30 bis 60 Minuten bei Sildenafil. Dadurch verleiht es Männern und ihren Partnern wieder mehr sexuelle Spontaneität und Flexibilität."

Signale vom Gehirn zum Penis werden verstärkt

Obwohl ein Namensvetter des Morphins, hat Apomorphin mit diesem keine pharmakologischen Ähnlichkeiten. Es besitzt weder analgetische Potenz noch ein relevantes Suchtpotenzial. Nach seiner biochemischen Struktur ist es eher mit dem Dopamin-Molekül zu vergleichen und wird als zentraler Dopamin-Rezeptor-Agonist mit einer Präferenz für die D2-Rezeptor Subgruppe eingestuft. Im Gegensatz zu Sildenafil, das direkt am Zielorgan wirkt, hat Uprima® zentrale Angriffspunkte, die für die Entstehung einer natürlichen Erektion maßgeblich sind.

Effektivität und Sicherheit

Bisher wurden in 33 klinischen Studien über 5.000 Patienten mit leichter, mäßiger und schwerer ED mit Apomorphin behandelt.

In einer randomisierten und plazebokontrollierten Cross- over-Studie, in der Apomorphin in einer fixen Dosierung von 3 mg versus Plazebo getestet wurde, konnte unabhängig vom Schweregrad der ED oder begleitenden Erkrankungen die hohe Effektivität des Medikaments untermauert werden:

In der größten Gruppe, bei Männern mit einer leichten bis mäßigen ED, erreichten 60 Prozent der Patienten eine für den Geschlechtsverkehr geeignete Erektion. Demgegenüber waren es nur 31 Prozent bei Studieneintritt. Auch gegenüber Plazebo fanden sich signifikant bessere Studienergebnisse für Uprima® (siehe Grafik). Bei Patienten mit schwerer Erektionsstörung konnte der Prozentsatz an erfolgreichen Erektionen sogar verdreifacht werden. Nach Meinung der Experten ist hervorzuheben, dass auch auf lange Sicht kein Wirkungsverlust zu beobachten ist. In der Cross-over- Studie entschieden sich 82 Prozent der Patienten freiwillig, an einer weiterführenden, offenen Langzeitstudie teilzunehmen.

Auch nach Jahren kein Wirkungsverlust

Nach insgesamt eineinhalb Jahren zeigte sich bei Uprima®- Respondern, dass das Medikament nach wie vor ausgezeichnete Ergebnisse erbrachte: von 10 Versuchen, eine Erektion zu erreichen, führten 9 zu einem für den Patienten als "gut" bewerteten Ergebnis. Apomorphin wurde von den Studienautoren als sichere und gut verträgliche Therapieform bewertet. Die häufigsten Nebenwirkungen waren zumeist vorübergehend, von milder Natur und umfassten hauptsächlich Übelkeit (6,8%) oder Kopfschmerzen (6,7%).

Das Medikament hat keine Auswirkungen auf die Libido oder den sexuellen Antrieb. Es entfaltet seine Wirkung nur dann, wenn eine gezielte sexuelle Stimulation eintritt, und verstärkt dann jene Reaktionskette, die zu einer für den Geschlechtsverkehr geeigneten und befriedigenden Erektion führt.

Dr. Andreas Winkler

Quelle: European Association of Urology (EAU), Genf, 9-12. 04. 2001

Quelle: European Association of Urology (EAU), Genf, 9-12. 04. 2001

Dr. Andreas Winkler, Ärzte Woche 17/2001

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