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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Erektile Dysfunktion ist gut therapierbar

"Diese Erkrankung bringt Männer dazu, sich nach langer Zeit wieder mit ihrer Gesundheit zu beschäftigen? rückt Prof. Dr. Siegfried Meryn die erektile Dysfunktion (ED) als Gesundheitschance des Mannes ins Bild. "Männer gehen zum Arzt, um sich eine Potenzpille zu holen, halten sich aber sonst für völlig gesund und sind dann erstaunt, wenn Hypertonie, Diabetes, kardiovaskuläre Probleme oder Prostatakarzinome diagnostiziert werden."
Doch auch gegen die Sprachlosigkeit bei sexuellen Problemen gilt es aktiv anzukämpfen. Während junge Mädchen bei diesem Thema viel eher den Kontakt mit der Mutter suchen und finden, bleiben Burschen oft alleine mit ihren Problemen. Dies zieht sich dann wie ein roter Faden durchs weitere Leben.
Der Linzer Urologe Dr. Michael Dunzinger, Leiter der andrologischen Ambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, dazu: "Im Gegensatz zu anderen Ländern wird in Österreich vor allem der Urologe mit sexuellen Problemen konfrontiert. Allerdings sehr verschämt. Oft kommt es vor, dass der Patient schon auf der Türschwelle steht und schüchtern, quasi bereits im Weggehen, noch auf sein Potenzproblem zu sprechen kommt. Daher ist es bedeutend, den Patienten aktiv in puncto sexueller Gesundheit anzusprechen. Wir müssen lernen, in der richtigen Form über dieses Thema mit den Betroffenen zu kommunizieren. Denn obwohl die Sexualität in den Medien einen breiten Raum einnimmt, ist ein Gespräch über Probleme beim Sex, selbst innerhalb einer Partnerschaft, auch heute oft noch tabuisiert. So muss der Arzt mit seinen Fragen als Erster in die sexuelle Privatsphäre eindringen, auch dann, wenn es für die Betroffenen unangenehm ist."
Fessel-GfK unterstreicht derzeit diese Statements von Meryn und Dunzinger mit seiner ersten österreichischen Studie mit Männern, die gegen ED behandelt werden. Die ED ist auch weiterhin ein Tabuthema. Wie sonst kann erklärt werden, dass viele der 200 Teilnehmer den versiegelten Fragebogen nicht wie abgemacht bei ihrem Apotheker vorbeibrachten, sondern ihn direkt an das Fessel-Institut schickten.

Fessel-GfK Studie

Astrid Eßl von Fessel: "Es zeigt sich auch die überdurchschnittlich lange Leidenszeit der Männer, bis diese endlich einen Arztbesuch wagen. Die Hälfte der Betroffenen geht frühestens nach drei Jahren zur Untersuchung, 12 Prozent gar erst nach vier Jahren." Interessant ist auch, dass die meisten Befragten den Ursprung ihrer ED im nicht organischen Bereich vergeblich suchen (Vertrauen in die Erektion verloren; Alter; Müdigkeit; Stress; Alkohol). Erst an siebenter Stelle vermuten sie eine körperliche Erkrankung.
Diese Studie scheint auch bei uns die Ergebnisse der großen, multinationalen Studie zur Männergesundheit "Men? Attitudes on Life Events and Sexuality? (MALES) zu belegen. Auch hier zu Lande erfüllen viele der derzeitig angebotenen Behandlungen gegen ED die Wünsche vieler Patienten nicht. Kritisiert werden die Wirkdauer und die Einnahmemodalitäten (Einnahme vor dem Essen wird nicht empfohlen). Ein möglicher Grund, warum sich über die Hälfte der von Eßl befragten Männer für neue Präparate interessieren.

Neuer PDE5-Hemmer

Daher wundert es nicht, dass Pharmafirmen neue Potenzpillen auf den Markt bringen. Neuester Herausforderer von Viagra® (Pfizer) und Levitra® (Bayer) ist nun Cialis® von Eli Lilly. Der Ansatzpunkt von Cialis® (Tadalifil) liegt, ebenso wie der seiner Vorgänger, in der Hemmung des Isoenzyms 5 der Phosphodiesterase (PDE5).
Dr. Tobias Eichhorn, Medical Manager von Eli Lilly: "Tadalafil unterscheidet sich schon in seiner chemischen Struktur von den anderen PDE-5 Hemmer. Die Substanz wird schnell absorbiert, so kann der rasche Wirkeintritt erklärt werden. Besonders wichtig für die Lebensqualität ist jedoch das breite Wirkfenster von bis zu 24 Stunden. Dieses ermöglicht auch spontane Zweisamkeit. Selbst ein romantisches Abendessen mit ein wenig Alkohol beeinträchtigt die Wirksamkeit nicht, denn Nahrungsmittel haben keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tadalafil."

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