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Das Immunsystem wehrt pathogene Mikroorganismen ab.
 
Allgemeinmedizin 11. September 2012

Das Immunsystem stärken

Mikronährstoffe schützen vor oxidativem Stress und Infektionen.

Ein intaktes Immunsystem sorgt dafür, dass der menschliche Organismus den vielfältigen und zahlreichen Krankheitskeimen, mit denen er in seiner äußeren und inneren Umwelt konfrontiert ist, Widerstand leisten kann.

Lebensweise, chronische Krankheiten, höheres Alter und Nährstoffmängel reduzieren die Abwehr. In Zeiten erhöhten Infektionsrisikos sind Menschen mit eingeschränktem Immunsystem daher krankheitsanfälliger als ihre immunstarken Mitmenschen. Bewegung, möglichst wenig psychische Belastungen und die Unterstützung des Körpers mit Vitaminen und Mineralstoffen zur Wiederherstellung des inneren Nährstoffgleichgewichts können das Immunsystem belastbarer machen.

Grundsätzlich setzt sich das Immunsystem aus angeborener und erworbener Immunität zusammen. Das angeborene Immunsystem ist der erste Abwehrmechanismus gegen fremde Stoffe und pathogene Mikroorganismen. Die unspezifische Abwehr ermöglicht kein Immungedächtnis für Pathogene und kann darüber hinaus dazu führen, dass sich die Abwehr in bestimmten Konstellationen gegen den eigenen Körper richtet. Es kommt zur Autoimmunerkrankung.

Die erworbene Immunität stellt ein wesentlich komplexeres System dar, denn es bietet antigenspezifische Reaktionen und ein immunologisches Gedächtnis. Die beiden Komponenten des Immunsystems interagieren und schützen den Körper vor Infektionen und Krankheiten, wobei der Ernährungsstatus die Reaktionsfähigkeit dieses Systems verändern kann. Mangelernährung ist weltweit der häufigste Grund für Immundefizite. So können Defizite bestimmter Nährstoffe zu einer fehlgesteuerten Phagozytose der angeborenen Immunität und zu verschiedenen Störungen der erworbenen Immunität führen und damit Infektionen und Krankheitsentwicklungen begünstigen. Umgekehrt verstärken Infektionen und Krankheiten durch verminderten Appetit, gestörte Nährstoffaufnahme, verstärkte Nährstoffverluste oder veränderte Stoffwechselabläufe bestehende Mangelernährungszustände.

Mikronährstoffe als Teil des antioxidativen Systems

Defizite an speziellen Mikronährstoffen aus dem Bereich Vitamine und Mineralstoffe können sowohl die angeborene als auch die erworbene Immunität beeinträchtigen, da sie in der Entwicklung von Immunantworten eine wesentliche Rolle spielen. Mikronährstoffe stellen einen Teil des anitoxidativen Systems dar, das die Gewebe und Zellen vor den hochreaktiven freien Radikalen und damit vor der Zerstörung durch diese schützt.

So ist Vitamin C ein hochwirksames Antioxidans und konnte in mehreren Studien zeigen, dass es die Produktion und Funktion von Leukozyten stimuliert. Ebenfalls als Antioxidans wirkt Vitamin E, das die Unversehrtheit der Zellmembran vor freien Radikalen schützt. Vitamin E-Defizite zeigten in Studien als Folge Störungen der humoralen und der zellvermittelten erworbenen Immunantwort. Vitamin E-Zufuhr über die derzeit gültigen Empfehlungen hinaus führte hingegen zu einer verbesserten Immunität und einer reduzierten Empfänglichkeit gegenüber bestimmten Infektionen speziell bei älteren Menschen.

Vitamin A ist mit seinen Metaboliten für die angemessene Funktion der T- und B-Zellen als Mediatoren der erworbenen Immunität essentiell. Allerdings sollte eine Vitamin A-Zufuhr nur bei bestätigten Mangelzuständen erfolgen. Vitamin D ist nun zusätzlich zu seinen etablierten Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel auch anerkannt als Modulator des Immunsystems. Von den Mineralstoffen sind Zink, Selen und Kupfer ebenfalls am Funktionieren des Immunsystems beteiligt. Eisen ist eine grundlegende Komponente zahlreicher Proteine und Enzyme, die an verschiedenen Mechanismen des Stoffwechsels beteiligt sind, ist allerdings wegen der beträchtlichen Folgen einer Eisenüberladung nur nach vorheriger Serumspiegelmessung sinnvoll.

Je nach Immunstatus des Betroffenen und prophylaktischer oder therapeutischer Anwendung können unterschiedliche Kombinationen an Mikronährstoffen sinnvoll sein. Hinsichtlich der Auswahl der zutreffenden Ergänzung und ausreichenden Dosierung ist das Zusammenwirken von Arzt, Patient und Apotheker eine wesentliche Stütze.

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