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Allgemeinmedizin 10. September 2012

Beiges Fett als Hoffnungsträger

Mäuse sind deutlich schlanker und verfügen über mehr der begehrten braunen und beigen Fettzellen, wenn ihnen ein Signalschalter, der VASP genannt wird, fehlt.

Man unterscheidet drei Arten von Fett: Weißes Fett dient als Energiespeicher und steckt in den „Problemzonen“ übergewichtiger Menschen. Braune Fettzellen hingegen dienen als eine Art Heizaggregat. Sie sorgen z. B. bei Säuglingen dafür, dass sie nicht zu sehr auskühlen. Leider kommen braune Fettzellen bei Erwachsenen kaum noch vor – bis auf kleine Bereiche am Nacken und entlang der Wirbelsäule. Die dritte Kategorie, die sogenannten „beigen Fettzellen“, sind die Hoffnungsträger der Forscher. Sie setzen genauso wie die braunen Fettzellen Nahrungsenergie effizient in Wärme um und können sich aus den unerwünschten weißen Fettzellen heraus bilden.

Im Zentrum der Forschung stand deshalb die Frage: Wie lassen sich anstelle der weißen Fettzellen möglichst viele braune oder beige herstellen? Bereits vor drei Jahren hat man herausgefunden, dass braunes Fett auf den Botenstoff cGMP angewiesen ist. Das gilt nach den neuen Erkenntnissen genauso für beiges Fett. Die Forscher untersuchten nun an den Mäusen, wo das cGMP herkommt und wie es reguliert wird.

Dabei zeigte sich, dass VAsodilator-Stimulated Phosphoprotein (VASP) eine wichtige Rolle als Schalter in einem Signalweg spielt, der die Bildung brauner und beiger Fettzellen bremst. Mäuse, bei denen das Gen für VASP ausgeschaltet wurde, verfügen deshalb über aktiveres braunes und beiges Fett. Diese Tiere sind sehr schlank und haben einen höheren Energieverbrauch. Die Autoren sehen darin einen potenziellen Ansatzpunkt, energie- und fettzehrende braune Fettzellen zu fördern, wenn ein Hemmstoff für VASP entwickelt wird.

Jennissen K et al.: Sci Signal 2012; 5 (239): ra62

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