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Allgemeinmedizin 14. August 2012

Mit neuen Medien den Patienten motivieren

Editorial

E-Medikation, ELGA, Internet-basierte Applikationen für Mobiltelephone - die neuen Technologien verändern das tägliche Leben und ganz besonders auch das Gesundheitssystem. Wie bei den meisten Änderungen überwiegen in weiten Bevölkerungsteilen zunächst einmal Abwehr und Skepsis. Jüngere Personen, die mit Technik viel näher aufgewachsen sind, als die ältere Generation, tun sich da natürlich leichter, aber Neugierde ist bekanntlich keine Frage des Alters. Und Neugierde ist für den Zugang zur Technik und speziell zu den neuen Technologien höchst förderlich.

Für Apotheker bieten technische Möglichkeiten schon seit langer Zeit wichtige Werkzeuge und Chancen, die Arbeitsprozesse zu erleichtern und zu verbessern. Sie stehen den neuen Technologien auch wesentlich aufgeschlossener gegenüber als manche anderen Berufsgruppen im österreichischen Gesundheitssystem. Mit dem Generationenwechsel an der Spitze der Österreichischen Apothekerkammer mit dem neuen Präsidenten Mag. Max Wellan werden auch von der Standesvertretung forciert Konzepte für den Einsatz neuer Medien als Unterstützung der Service- und Beratungsleistung der Apotheken angeboten.

Vor allem im Bereich der chronischen Erkrankungen soll so das Verständnis des Patienten für seine Krankheit erhöht werden und damit auch die Notwendigkeit für die Eigenverantwortung. Bei der Gesundheit befindet sich unsere westliche Gesellschaft in einem eigenartigen Dilemma. Auf der einen Seite werden Millionen Euro für „Wellness“, „gesunde“ Produkte und Ratgeberliteratur ausgegeben, doch sobald Menschen ernsthaft krank werden, scheinen viele von ihnen die Verantwortung für ihren Körper und ihre Psyche gerne abzugeben: An den Arzt, den Apotheker, die Pflege. Therapietreue oder Adhärenz, wie der heute aktuelle Fachbegriff zunehmend Verwendung findet, sind da eine Problemstelle für Erfolge und Besserung oder auch Krankheitskontrolle. Das Zusammenwirken der Gesundheitsberufe, die Eigenverantwortung durch Information und Motivation zu stärken, hat großes Potential - im direkten Gespräch und über den zusätzlichen Einsatz der neuen Medienkanäle.

Wir leben in einer spannenden Zeit

meint Ihre

 

Verena Kienast

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