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Foto: Dr. Verena Kienast
Etliche Blutspender profitierten vom Gesundheitscheck und der Aufklärung über erhöhte Blutzucker- und Cholesterinwerte.
 
Allgemeinmedizin 3. Juni 2009

„Wer einen Menschen am Leben erhält ...“

Blutspenden und Gesundenuntersuchung im Islamischen Zentrum.

Die Idee könnte Schule machen: Gleichzeitig mit einer Blutspendeaktion erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, einen persönlichen Gesundheitscheck durchführen zu lassen. Die österreichisch-arabische Ärzte- und Apothekervereinigung rief gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz am 24. Mai die muslimische Gemeinde zum zweiten Mal zum kombinierten Blutspenden auf.

Das Islamische Zentrum am Hubertusdamm im 22. Wiener Gemeindebezirk verwandelte sich am strahlend schönen Mai-Sonntag für einige Stunden in ein großes Gesundheitszentrum. Der Gebetsraum der Frauen wurde zum stilvollen Blutspenderaum umfunktioniert. Der Enthusiasmus der muslimischen Ärzte und Ärztinnen und der vielen Helfer jeder Altersgruppe wirkte ziemlich ansteckend, und zur Stärkung gab es Tee, Kaffee, Saft und Knabbereien.

Das Rote Kreuz stellte in Koordination mit den Organisatoren mehrere Mitarbeiter und die Infrastruktur für die Betreuung und Versorgung der Blutspender zur Verfügung. Eine umfassende Anamnese in Deutsch, Englisch und Arabisch erfasste die Vorbedingungen. Gerade in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu Engpässen bei Blutkonserven. Insgesamt 61 Blutkonserven konnten mit der Aktion der österreichisch-arabischen Ärzte- und Apothekergesellschaft gewonnen werden. Die Blutspende als Beitrag, Leben zu retten, stützt sich auch auf ein Koran-Zitat: „..und wer einen Menschen am Leben erhält, dann ist es, als ob er die gesamte Menschheit am Leben erhalten hätte.“

Organisiert von Dr. Tammam Kelani, Dr. Tarek Afifi und Dr. Mohamed Farid Soliman, wurden als Gesundheitscheck Blutdruck-, Blutzucker-, Cholesterin-, EKG- und auch Augenuntersuchungen angeboten. 67 Personen ließen ihren Blutzucker- und 36 Personen ihren Cholesterinwert bestimmen – und bei vielen fanden sich zu hohe Werte. In einer persönlichen Gesundheitsberatung wurden den Betroffenen Möglichkeiten gezeigt, die Werte zu normalisieren.

„Die Aktion war ein schöner Erfolg“, stellte Soliman fest. Sie sollte einerseits das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung stärken, aber auch ein Zeichen dafür sein, dass man einen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann und will. Und das ist gelungen: Sie wird sicher wiederholt werden.

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