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Breitflächige Schmerzen bei unauffälligen Röntgenbefunden können ein Hinweis auf Fibromyalgie-Syndrom sein.
 
Allgemeinmedizin 14. Juli 2012

Von Schmerzen geplagt

"Herr Doktor, mir tut seit Jahren alles weh, vor allem die gesamte Wirbelsäule; nichts hilft, ich bin schon völlig erschöpft, kann auch nicht schlafen. Sie sind meine letzte Rettung!" Wer unter solch allgemeinen, diffusen Schmerzen leidet, wird vermutlich vom Fibromyalgiesyndrom (FMS) geplagt.

FMS? Was ist das?

Charakteristisch dafür ist, dass die Betroffenen monatelang unter breitflächigen Schmerzen des Bewegungsapparates leiden, wobei bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanz unauffällige Befunde ergeben. Die Patienten haben weiters eine hohe Schmerzempfindlichkeit an bestimmten Druckpunkten des Körpers. "Häufig treten Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Erschöpfung, Depressionen, Blasen- und Darmstörungen auf", erklärt Univ.-Prof. Dr. Martin Friedrich, Orthopäde und Schmerzexperte am Orthopädischen Spital Speising in Wien, das zur Vinzenz Gruppe gehört. Die Lebensqualität ist also bei FMS-Patienten enorm eingeschränkt.

Immerhin drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet einmal im Leben an FMS; Frauen häufiger als Männer. Der Altersgipfel liegt bei Frauen zwischen 45 und 50 Jahren, bei Männern etwas höher.

Psychische Aspekte müssen berücksichtigt werden

Prof. Martin Friedrich ist Österreichs führender Experte in Sachen FMS. Im Orthopädischen Spital Speising werden Patienten mit diesem Schmerzsyndrom interdisziplinär behandelt, wobei psychologische Aspekte eine große Rolle spielen: Der Therapieplan beinhaltet die Psychotherapie, die Gabe von Medikamenten, Stressmanagement und mentale Entspannungsübungen ebenso wie Ausdauertraining, physikalische Übungen und die Anwendung von Wärme.

Kann Vitamin D helfen?

Am Orthopädischen Spital Speising werden zudem laufend Studien zum Fibromyalgiesyndrom durchgeführt, um weitere Therapiemöglichkeiten für diese schwierig zu behandelnde Erkrankung zu finden. Derzeit wird im Center of Excellence for Orthopaedic Pain Management (CEOPS), das im Orthopädischen Spital Speising beheimatet ist, geforscht, ob eventuell die Gabe von Vitamin D das Schmerzempfinden von Fibromyalgiepatienten mindern kann.

Probanden gesucht 

Das Forschungszentrum sucht noch Probanden im Raum Wien / Wien Umgebung zwischen 18 und 55 Jahren, die keine Wirbelsäuleoperationen hatten und keine Nieren- und Gallensteine aufweisen.

Interessenten mögen sich bei Frau Mag (FH) Katharina Gernesch - Hadhri - 01/80182 - 1184 oder unter melden.

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