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Blüte des Wunderbaums Ricinus communis
 
Allgemeinmedizin 13. Juni 2012

Geheimnis des Rizinusöls

Es gehört zu den ältesten Arzneimitteln der Menschheit. Seit Jahrtausenden findet es Anwendung als Abführmittel, seit Jahrhunderten zusätzlich als wehenförderndes Mittel. Erst jetzt gelang es, die entscheidenden Details des Wirkmechanismus zu entschlüsseln.

Bereits bekannt war, dass die im Darm aus dem Öl herausgelöste Rizinolsäure für die Wirkung verantwortlich ist. Allerdings nahm man bis jetzt an, dass sie ihre Wirkung über eine lokale Reizung der Darmschleimhaut ausübt. Nun wurde festgestellt, dass Rizinolsäure über den G-Protein-gekoppelten Rezeptor EP3 wirkt. Dieser wird normalerweise durch Prostaglandin E2 aktiviert.

An Tierversuchen konnte nun gezeigt werden, dass die Rizinolsäure nach ihrer Freisetzung aus dem Öl zunächst über die Darmschleimhaut aufgenommen wird. Dann wird der Rezeptor EP3 auf den Muskelzellen des Darms und der Gebärmutter aktiv. In der Schulmedizin wird Rizinusöl wegen des bisher unklaren Wirkmechanismus wenig propagiert. Dies könnte sich nun ändern, meinen die Autoren.

Tunaru S et al.: PNAS Mai 2012; doi/10.1073/pnas.1201627109

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