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© Michael Krinke Photography / nycshooter / iStockphotos
Wer viel Sport treibt und dabei viel schwitzt, verliert auch Mineralstoffe in größeren Mengen.
 
Allgemeinmedizin 11. Juni 2012

Sportlich fit mit Mineralstoffen

Unangenehme Folgen von Elektrolytverlust, der vor allem über heftiges Schwitzen erfolgt.

Wer viel und intensiv Sport treibt – und dabei ordentlich ins Schwitzen kommt – kann leicht einen Elektrolytmangel erleiden. Leistungsminderungen und Beschwerden, etwa Muskelkrämpfe, sind dann die Folge. Die für den Körper wesentlichen Elektrolyte sind die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Kalium und Natrium.

Menschen, die ausgiebig Sport treiben, viel Stress haben oder einseitige Diäten machen, haben häufig einen Mangel an diesen Stoffen. Auffällig ist vor allem ein Magnesiummangel, der mit typischen Symptomen einhergeht wie einer erhöhte Ermüdbarkeit, Magen-Darm-Krämpfen, Herzjagen und Extrasystolen sowie Waden- und Fußsohlenkrämpfen.

Gerade Sportler scheiden mit dem Schweiß größere Mengen an wichtigen Mineralstoffen aus. Sie verlieren pro Liter Schweiß, also pro Kilogramm Gewichtsverlust, beim Sport zirka: 1,2 g Natrium, 1 g Chlorid, 0,3 g Kalium, 0,02 g Kalzium und 0,04 g Magnesium. Schweißdrüsen lernen zwar mit zunehmendem Training hypotonen Schweiß abzugeben. Das gilt aber nicht für Magnesium und Kalium. Hoher und wiederholter Schweißverlust fördert daher einen Mangel an diesen Elektrolyten.

Als ideales Sportlergetränk zum Ausgleich empfehlen Sportmediziner daher mineralstoffreiche Mineralwässer. Auch verdünnte Fruchtsäfte (600 ml Mineralwasser plus 200 ml Apfelsaft und 100 ml Traubensaft) sind eine Option, um den aktuellen Elektrolytverlust auszugleichen.

Nicht immer kann die Ernährung alles ausgleichen

Sportlern, die sicher gehen wollen, dass sie die richtige Elektrolytmischung zu sich nehmen, können abgestimmte Präparate aus der Apotheke zur Zubereitung leicht hypotoner bis isotoner Getränke empfohlen werden sowie Elektrolytkombinationen zur direkten Einnahme. Darüber hinaus gibt es Präparate speziell für Ausdauersportler, die durch einen Kohlenhydratzusatz zusätzlich die Leistung beim Wettkampf unterstützen sollen.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass allerdings auch in der Phase nach intensiven Belastungen erhebliche Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen über den Urin verloren gehen. Um Mangelsymptomen vorzubeugen, sollten Sportler daher bei der Ernährung gezielt entsprechende Nahrungsmittel wählen. Für Kalzium sind das zum Beispiel Milchprodukte und grünes Gemüse, wie Brokkoli, für Magnesium Vollkornprodukte, ebenfalls grünes Gemüse und Hülsenfrüchte sowie für Kalium Bananen, Trockenfrüchte und Kartoffeln.

Eine Supplementierung kann dennoch angezeigt sein, wenn die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtig ist, etwa bei Vegetariern, bei Sportlern, die Reduktionsdiäten machen oder die häufig auf Reisen sind, oder bei solchen, die extrem viel schwitzen. Für sie können dann zur Unterstützung der Leistungsfähigkeit und Regeneration abgestimmte Kombinationspräparate empfohlen werden.

Magnesium wirkt am besten in organischen Verbindungen

Deuten die Beschwerden von Patienten vor allem auf einen Magnesiummangel – dieser ist auch beim Arzt meist nur begrenzt über den Serumwert erfassbar –, sind nach heutigen Erkenntnissen zur Substitution organische Verbindungen (etwa -aspartat, -citrat, -orotat) anorganischen vorziehen. Denn Studiendaten zufolge weisen sie eine höhere Bioverfügbarkeit auf. Zum Auffüllen der Speicher ist in der Regel eine Extraportion Magnesium von 300 bis 400 mg pro Tag ratsam. ÄZ/ki

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