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Die Österreicher werden immer älter und durch eine positive Geburtenbilanz auch immer mehr.
 
Allgemeinmedizin 14. Mai 2012

Demographische Trends 2011

Positive Geburtenbilanz (+1.630), weniger Eheschließungen (-3,0%) und weiterhin steigende Lebenserwartung (rund +0,3 Jahre).

Die Statstik Austria hat die demografischen Trends für das Vorjahr veröffentlicht.

 

Im Jahr 2011 erblickten insgesamt 78.109 Neugeborene das Licht der Welt, um 0,8% bzw. 633 Babys weniger als im vorangegangenen Jahr. Gleichzeitig wurden laut Statistik Austria 76.479 Sterbefälle verzeichnet, um 0,9% bzw. 720 weniger als im Jahr davor. Damit fiel der Saldo aus Lebendgeborenen und Sterbefällen (Geburtenbilanz) mit +1.630 zum zweiten Mal in Folge positiv aus (2010: +1.543). Bereits das sechste Mal in Folge lag die Säuglingssterberate mit 3,6‰ unter der 4‰-Marke, der Rückgang der Zahl der Sterbefälle insgesamt ließ die Lebenserwartung dem langjährigen Trend entsprechend weiter ansteigen (Frauen: +0,3 Jahre; Männer: +0,4 Jahre). Die Unehelichenquote (Anteil der unehelich geborenen Kinder an allen Lebendgeborenen) stieg auf 40,4% (2010: 40,1%). Standesamtliche Eheschließungen erfolgten 2011 von insgesamt 36.426 Paaren, um 3,0% bzw. 1.119 Paare weniger als im Jahr davor.
 

Lebendgeborene

In Österreich kamen im Jahr 2011 insgesamt 78.109 Babys zur Welt, um 633 weniger als im Jahr 2010 (-0,8%).

In sechs Bundesländern wurden sinkende Geburtenzahlen verzeichnet: Die Geburtenrückgänge fielen am deutlichsten in Kärnten (-2,7%) und in Vorarlberg (-2,4%) aus, gefolgt von der Steiermark (-2,0%), Oberösterreich (-1,9%) und Tirol (-1,4%). In Salzburg lag der Rückgang der Geburten im Bundesdurchschnitt (-0,8%). In den übrigen drei Bundesländern wurden jeweils steigende bzw. gleichbleibende Zahlen der Geburten verzeichnet: Wien (+1,0%), Burgenland (+0,4%) und Niederösterreich (0,0%).

Die Unehelichenquote (Anteil der unehelich Lebendgeborenen an allen Lebendgeborenen) stieg im Jahresabstand von 40,1% auf 40,4% und war traditionell in den südlichen Bundesländern Kärnten (52,9%) und in der Steiermark (48,6%) am höchsten; in Wien (32,6%), in Niederösterreich (35,9%) und in Vorarlberg (36,2%) lag sie dagegen deutlich unter dem Bundesschnitt.

Bei der Gesamtfertilitätsrate waren 2011 erneut Vorarlberg und Oberösterreich mit je 1,52 Kindern pro Frau Spitzenreiter. Über dem Bundesmittel von 1,43 Kindern pro Frau (2010: 1,44) lagen zudem Niederösterreich und Salzburg. Geringer war die Gesamtfertilitätsrate 2011 in Wien, Tirol, Kärnten sowie insbesondere in der Steiermark und im Burgenland, wo sie bei nur etwa 1,3 Kindern pro Frau lag.

Das durchschnittliche Fertilitätsalter lag 2011 in ganz Österreich bei 30,0 Jahren bzw. bei 28,5 Jahren beim ersten Kind (je um rund 0,2 Jahre höher als 2010). Es zeigten sich traditionell überdurchschnittlich hohe Werte in Tirol (30,4 Jahre) und Vorarlberg sowie in Salzburg und auch in der Bundeshauptstadt. Am niedrigsten lag das durchschnittliche Fertilitätsalter 2011 mit 29,7 Jahren in Kärnten.

Eheschließungen

Die endgültige Zahl der 2011 in Österreich geschlossenen Ehen war mit 36.426 um 1.119 oder 3,0% unter jener vom Jahr 2010.

Zwischen den Bundesländern gibt es aber deutliche Unterschiede: Den größten Rückgang gab es in Vorarlberg (-7,1%) und im Burgenland (-6,3%), gefolgt von Niederösterreich (-4,9%) und Wien (-3,1%). Auch der Rückgang der Eheschließungen lag in Salzburg (-3,0%) im Bundesdurchschnitt. Unterdurchschnittlich sinkende Eheschließungszahlen wurden in Tirol (-2,4%), in der Steiermark (-1,9%), in Kärnten (-1,8%) und in Oberösterreich (-0,5%) verzeichnet.

Sterbefälle

Die endgültige Zahl der Gestorbenen betrug 2011 bundesweit 76.479 und war damit um 720 oder 0,9% niedriger als im Jahr 2010. Ein jeweils über dem Durchschnitt liegender Rückgang der Zahl der Todesfälle wurde von den Standesämtern in Wien (-2,3%), in Tirol (-2,2%), in Kärnten (-2,0%) sowie in der Steiermark (-1,6%) gemeldet. In Oberösterreich (-0,7%), im Burgenland (-0,5%) und in Vorarlberg (-0,4%) wurden jeweils unterdurchschnittlich Rückgänge der Sterbefälle registriert. Nur in Salzburg (+2,9%) und in Niederösterreich (+0,4%) wurden 2011 mehr Sterbefälle verzeichnet als im Jahr 2010.

Österreicher leben länger

Zusammen mit der gleichzeitig gestiegenen Zahl älterer Menschen bewirkte das ein kräftiges Plus bei der Lebenserwartung um 0,4 Jahre auf 78,1 Jahre bei den Männern und um 0,3 Jahre auf 83,4 Jahre bei den Frauen. Das traditionelle West-Ost-Gefälle bei der Lebenserwartung war auch 2011 zu beobachten: Die Lebenserwartung der Männer lag in Tirol, Vorarlberg und Salzburg über 79 Jahre. In Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark lag die Lebenserwartung der Männer zwischen 78 und 79 Jahren, während die östlichen Bundesländer Burgenland, Niederösterreich und Wien Werte von 77 bis 78 Jahren aufwiesen. Bei der Lebenserwartung der Frauen waren ebenfalls Vorarlberg, Tirol und Salzburg mit über 84 Jahren führend. Alle übrigen Bundesländer wiesen Werte von 83 bis 84 Jahren auf, mit Ausnahme von Wien, wo Frauen entsprechend den Mortalitätsverhältnissen des Jahres 2011 eine Lebenserwartung von 82,4 Jahren haben.


Im Jahr 2011 starben in Österreich 281 Säuglinge im 1. Lebensjahr, das war um 8,5% weniger als im Jahr 2010. Die Säuglingssterberate (im 1. Lebensjahr Gestorbene bezogen auf 1.000 Lebendgeborene) lag bei 3,6‰ und somit zum sechsten Mal in Folge unter der 4‰-Marke.
 

Geburtenbilanz (Geburtenüberschuss bzw. -defizit)

Die Zahl der Lebendgeborenen war im Jahr 2011 um 0,8% unter jener des Vorjahres und im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Gestorbenen um 0,9% zurück. Damit fiel die Geburtenbilanz (Lebendgeborene minus Gestorbene) mit +1.630 erneut positiv aus. Die Bundesländer Wien (+2.252), Tirol (+1.396), Vorarlberg (+1.168), Oberösterreich (+1.158) und Salzburg (+771) konnten - wie schon in den Vorjahren - Geburtenüberschüsse erzielen. Unverändert negativ blieben die Geburtenbilanzen in Niederösterreich (-1.854), in der Steiermark (-1.477), in Kärnten (-894) und im Burgenland (-890).

Quelle: Statistik Austria

www.statistikaustria.at


 

Statistik Austria/IS, springermedizin.at

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