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Allgemeinmedizin 1. April 2009

Die zeitgemäße Diagnostik der akuten Pharyngitis

GRUNDLAGEN: Racheninfekte mit Gruppe-A-Streptokokken sind wegen ihrer Häufigkeit ein beträchtliches Gesundheitsproblem. Eine klare Differenzierung zu viralen Infekten ist daher wünschenswert. Wir berichten über den Einsatz eines immunologischen Schnelltests auf Gruppe-A-Streptokokken sowie dessen medizinische und ökonomische Auswirkungen. METHODIK: In einer Querschnittsstudie wandten 30 Burgenländische Ärzte für Allgemeinmedizin den Test an und dokumentierten den Einsatz bei 519 Patienten an Hand eines Dokumentationsbogens. Als Kohortenstudie angelegt, wurden die Folgekosten mit 109 Ärzten für Allgemeinmedizin, denen der Test nicht zur Verfügung stand, verglichen. ERGEBNISSE: 40,27 % der durchgeführten Tests auf Streptokokken waren positiv. Von diesen Patienten erhielten 99 % ein Antibiotikum – überwiegend Penicillin. Bei einem negativen Testergebnis erhielten nur 18,4 % der Patienten ein Antibiotikum. Sowohl Ärzte als auch Patienten zeigten eine positive Einstellung gegenüber der Durchführung des Tests. Bezüglich der ökonomischen Konsequenzen ergab sich kein signifikantes Resultat. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Durchführung eines immunologischen Schnelltests auf Gruppe-A-Streptokokken bei der akuten Pharyngitis verbessert die therapeutische Sicherheit und das leitlinienkonforme Vorgehen bei der Verschreibung von Antibiotika. Potentielle Nebenwirkungen durch unnötigen Antibiotikagebrauch sollten dadurch reduziert werden.

Berthold Reichardt, Otto Pichlhöfer, Sonja Zehetmayer, Manfred Maier, Wiener Medizinische Wochenschrift 7-8/2009

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