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Fotos (9): Mayrhofer

Der neue Apothekenraum – Konzentration auf den Kunden. Backoffice Homöopathie Arbeitsbereich Rezepturzubereitung

Der Umbau in den alten Gewölben ...

... beinhaltete schließlich den Umstieg ..

... auf ein automatisches System.

Schematische Darstellung des Modulsystems im Gewölbe.

Die Vereinzelung in Aktion: Das Einlagerband für den Automaten.

Ein Saugkopf hebt das gewählte Medikament aus der Lade.

 
Allgemeinmedizin 10. April 2012

Mehr Zeit für den Kunden

Die Linzer Schutzengelapotheke ist mit ihrer Lagerumstellung auf ein vollautomatisches, modulares System Vorreiter in Österreich.

Das alte denkmalgeschützte Kreuzgewölbe war eine Herausforderung. Mehr Zeit für den Kunden, Einsparung der Lagerflächen, Fehlerfreiheit im Warenlager – das waren nur einige der Anforderungen, die beim Umbau der Schutzengelapotheke in Linz gestellt wurden. Ein modul aufgebautes vollautomatisches Lagersystem brachte schließlich die Lösung, die alle Wünsche erfüllte und auch die schwierigen baulichen Gegebenheiten optimal nutzen konnte. „Wir können uns bei unserer Arbeit nun auf das Wesentliche konzentrieren“, stellt Mag. Jörg Mayrhofer, Eigentümer der Schutzengelapotheke und damit Bauherr des Projekts fest.

 

Die Schutzengelapotheke befindet sich im ehemaligen Freihaus Sprinzenstein im Linzer Stadtzentrum und stammt aus dem 17. Jahrhundert, wobei es um die Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestockt wurde. Der Wunsch nach baulicher und technischer Modernisierung führte schließlich Ende vergangenen Jahres nicht nur zum Umbau der Apotheke sondern auch zur ausstattungsmäßigen Vorreiterposition in Österreich. Die bis dahin als Einzelgeschäfte geführte Kräuterhandlung und das Reformhaus wurden in der insgesamt neunmonatigen Bauphase in ein Lokal mit der Apotheke intergriert. Ursprünglich noch mit traditionellen Schubsäulen geplant, entwickelte sich im Verlauf der Planung die Entscheidung für eine Automatisierung des Warenlagers. „Wenn wir schon einen so großen Umbau vornehmen, dann auch wirklich modern“, entschied Mayrhofer. Damit können die Kosten für die Warenlogistik gesenkt werden bei gleichzeitig breiterem Angebot und das ohne zusätzliche Personalkapazitäten für die Handhabung der Waren und unter Ausschaltung des Fehlerpotentials. „Der größte Vorteil ist die Präsenz meiner Mitarbeiter im Kundenbereich, wo sie für Beratung und Gespräche zur Verfügung stehen“, betont Mayrhofer. Denn durch die verwinkelte Altbausituation sei es früher oft so gewesen, dass mehrere Kunden anwesend, aber alle Mitarbeiter damit beschäftigt waren, die Medikamente einzuholen. Diese kundenfernen Tätigkeiten erledigt nun zum Großteil der Automat.

Maßgeschneiderte Lösung für das Kreuzgewölbe

Denkmalschutz und die den Raum determinierenden Kreuzgewölbe erforderten dabei jedoch eine maßgeschneiderte Lösung im Backoffice-Bereich. Mit einem modularen Schubladensystem von KLS-Steuerungstechnik war es schließlich möglich, den zur Verfügung stehenden Raum bis hinauf unter die Gewölbedecke bestmöglich auszunützen. Dabei werden die Laden automatisch geöffnet und das bestellte Produkt mit einem Saugkopf geholt, was bedeutend weniger Platz erfordert als Mechanismen mit Greifarm. Auch die durchschnittliche Auslagergeschwindigkeit von etwa acht Sekunden stellte ein Kriterium für die Entscheidung für dieses System dar, die durch einen Lokalaugenschein in einer großen Apotheke in Berlin gefestigt wurde, wo man mit dem Automaten bereits begeisterte Erfahrung hatte.

Der gesamte Prozess ab der Trennung der angelieferten Waren in Automatenware und restliche Lieferung über Einlagerung bis zur Warenausgabe ist nun mit dem neuen System in der Linzer Schutzengelapotheke automatisiert. Erfasst wird damit die gesamte Arzneimittelware, so Mayrhofer, das sind etwa 9000 Packungen von knapp 2700 Medikamenten. Die Packungen werden aus den Lieferboxen ungeordnet auf das Einlagerband geleert und das Gerät ordnet, inventarisiert und schlichtet ein. Bei Bedarf wird das entsprechende Produkt direkt an die Tara geliefert. Und auch die Nachbestellung kleinerer Mengen bedeutet keinen Mehraufwand. Das Aufnehmen eines neuen Lagerartikels erfordert nur noch eine Einstellung in der EDV und ruft kein zeitaufwändiges Umsortieren in den Schubladen hervor. Softwaremäßig ist das System mit der österreichischen Apotheken EDV verbunden, was nach kurzer Anlaufzeit völlig fehlerfrei funktioniert. Durch die permanente Bestandsaufnahme der Produkte entfällt darüber hinaus der Inventuraufwand für die Automaten-Ware.

Für die Mitarbeiter bedeutete die Umstellung zunächst eine gewisse Unsicherheit. Allerdings gelangten sie nach Diskussionen mit dem Anbieter und ausreichenden Informationen bald zur Überzeugung, dass die Automatisierung auch für ihren Arbeitsalltag Vorteile bringt – sowohl in der Warenannahme als auch im Verkauf. „Waren hin und her zu schlichten, gehört der Vergangenheit an“, stellt Mayrhofer fest. „Das macht der Automat einfach besser und schneller. Damit haben wir mehr Zeit für den Kunden“

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