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Allgemeinmedizin 1. März 2012

Das Fetale Tabaksyndrom – Ein Statement der Österreichischen Gesellschaften für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM), Gynäkologie und Geburtshilfe (ÖGGG), Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP), Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) sowie Pneum

Seit über 50 Jahren sind die schädigenden Wirkungen des Rauchens in der Schwangerschaft auf den Fetus bekannt. Während in den ersten Jahren v.a. der negative Einfluss auf das Wachstum untersucht wurde, zeigten über 10.000 Studien der letzten Jahre und Jahrzehnte die ungleich größere Fülle an Gesundheitsschäden auf das Ungeborene. In diesem Statement soll der aktuelle Stand der Forschung zu diesem Thema beleuchtet werden. Das Statement richtet sich dabei an alle ÄrztInnen, welche in der Betreuung von Schwangeren eingebunden sind, um ihnen die aktuelle Datenlage vor Augen zu führen. Es wird zunächst ein epidemiologischer Überblick über die derzeitige Situation in Europa gegeben, sowie einzelne Gesundheitsschäden aus pathophysiologischer und klinischer Sicht beleuchtet. Weiters werden dem Leser aktuelle Möglichkeiten der Prävention im Sinne einer Raucherentwöhnung der Schwangeren aufgezeigt. Dem Thema Passivrauchen in der Schwangerschaft wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Aus heutiger Sicht kann davon ausgegangen werden, dass Rauchen in der Schwangerschaft einen starken und konsistenten negativen Einfluss auf das Geburtsgewicht, Plazenta-assoziierte Erkrankungen, Tot- und Frühgeburten, fetales Wachstum, plötzlichen Kindestot (SIDS), Übergewicht im späteren Kindesalter, Spaltbildungen, Lungenfunktion, Asthma bronchiale, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie mentale Entwicklungsverzögerung und Verhaltensauffälligkeiten hat. Diese Faktoren sind aus heutiger Sicht unter dem Begriff "Fetales Tabaksyndrom" zu subsummieren. Einflüsse auf andere Gesundheitsaspekte sind weniger gut belegt und es sind noch weitere Studien nötig. Die Schwangerschaft stellt für viele Frauen eine sehr große Motivation dar, mit dem Rauchen aufzuhören. Mediziner unterschiedlicher Disziplinen sind daher gefordert, Frauen auf die schädigenden Effekte des Rauchens und die Möglichkeiten der RaucherInnenentwöhnung hinzuweisen und kompetent zu informieren.

Fritz Horak, Tamas Fazekas, Angela Zacharasiewicz, Ernst Eber, Herbert Kiss, Alfred Lichtenschopf, Manfred Neuberger, Rudolf Schmitzberger, Burkhard Simma, Andree Wilhelm-Mitteräcker, Josef Riedler, Wiener klinische Wochenschrift 5/6/2012

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