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Allgemeinmedizin 21. März 2012

Umsonst ergänzt?

Vitamin B und Omega 3 taugen offenbar nicht zur Krebsprävention.

Fünf Jahre nahmen Senioren B-Vitamine und Omega-3-Fette ein. Ergebnis: Die Supplemente beugen Krebs offenbar nicht vor. Womöglich ist sogar das Gegenteil der Fall.

 

Die Nahrungsergänzung mit Vitaminen der B-Gruppe und mit Omega-3-Fettsäuren beugt offenbar Krebserkrankungen nicht vor, wie eine französische Studie jetzt ergeben hat. Im Gegenteil: Frauen könnte die Einnahme möglicherweise sogar gefährlich werden.

Für ihre Studie griffen Ernährungsepidemiologen um Dr. Valentina Andreeva von der Universität Paris auf die Daten von 514 Frauen und 1.987 Männern zurück, die von Februar 2003 bis Juli 2009 an der randomisierten und kontrollierten Studie SU.FOL.OM3* teilgenommen hatten.

Die Probanden (Durchschnittsalter 61 Jahre) hatten zuvor einen Myokardinfarkt oder einen zerebralen Insult erlitten oder hatten instabile Angina pectoris gehabt.

Eigentliches Ziel der Studie war, den Nutzen der Nahrungsergänzung für die Sekundärprävention ischämiebedingter kardiovaskulärer Ereignisse zu prüfen.

Dazu wurden die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt worden. Sie schluckten fünf Jahre lang täglich entweder:

  • 0,56 mg 5-Methyl-Tetrahydrofolat plus 3 mg Vitamin B6 plus 0,02 mg Vitamin B12 oder
  • 600 mg der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaen- und Docosahexaensäure im Verhältnis 2 : 1 oder
  • die B-Vitamine plus die Omega-3-Fettsäuren oder
  • Placebo.

Die Forscher interessierten sich nun dafür, wie sich die Nahrungsergänzung auf die Krebsinzidenz bei den Teilnehmern auswirkte.

Insgesamt erkrankten 7,3 Prozent der Männer und 5,6 Prozent der Frauen an Krebs, wobei Männer vor allem Malignome der Prostata, der Lunge und der Blase, Frauen bösartige Tumoren der Brust, der Lunge und des Darms entwickelten. Dabei kristallisierte sich bei den Männern im Vergleich zu Placebo kein Zusammenhang mit den eingenommenen Supplementen heraus, und zwar egal, ob sie Vitamine, Omega-3-Fettsäuren oder beides eingenommen hatten.

Anders sah es bei den Frauen aus – hier war die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren während der fünf Studienjahre mit einem dreifach erhöhten Krebsrisiko verbunden.

Auch bei Einnahme von B-Vitaminen gab es eine Tendenz zu erhöhter Krebsinzidenz. Die Assoziation mit einem 2,18-fach erhöhten Krebsrisiko war aber statistisch nicht signifikant.

Weitere Studien nötig

Als Ursache für die erhöhte Krebsgefahr bei Frauen, die ihre Ernährung mit B-Vitaminen oder Omega-3-Fettsäuren ergänzen, vermuten die Forscher Einflüsse auf den Östrogenstoffwechsel. Sichere Schlüsse könnten allerdings erst gezogen werden, wenn sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen lassen.

 

*Das Akronym steht für Supplementation With Folate, Vitamins B6 and B12 and/or Omega-3 Fatty Acids

 

Andreeva, V. A. et al.: B Vitamin and/or Omega-3 Fatty Acid Supplementation and Cancer. Archives of Internal Medicine. Published online February 13, 2012. doi:10.1001/archinternmed.2011.1450

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