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Allgemeinmedizin 6. März 2012

Arznei & Vernunft

Die neue Leitlinie Rheumatoide Arthritis soll Betroffene schneller erkennen und zur wirksamen Therapie helfen.

Jeder Tag ohne Behandlung bedeutet bei rheumatoider Arthritis einen verlorenen Tag, denn je früher die Behandlung beginnt, desto eher können die Betroffenen mit der richtigen Therapie ein normales Leben führen. Um das Bewusstsein in der Bevölkerung und unter den Ärzten zu stärken erarbeitete eine Expertengruppe im Rahmen der Initiative Arznei&Vernunft die Leitlinie Rheumatoide Arthritis. Begleitet wird diese von einem Patientenfolder, der seit kurzem auch in den österreichischen Apotheken aufliegt. Der Apotheker hat auch in diesem Projekt als Partner von Arzt und Patient eine wichtige Rolle.

 

Die neue Leitlinie soll ein Nachschlagewerk zum aktuellen Forschungs- und Wissensstand darstellen. Der Arzt erhält eine Übersicht über Klinik und sinnvolle Untersuchungstechniken, über medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien und Hinweise über die vielfältigen Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit, die auch Ergo- und Physiotherapie, Pflege und Sozialarbeit sowie den Apotheker miteinschließt. Neben der richtigen schmerzstillenden und antientzündlichen Behandlung nimmt die Basistherapie einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. „Allerdings“, so Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, „setzt deren Wirkung erst verzögert ein. Da dies bis zu einem halben Jahr dauern kann – während Nebenwirkungen oft sofort spürbar sind – ist es wichtig, dem Patienten in der Apotheke die Notwendigkeit der ärztlich verordneten Therapie deutlich zu machen und so die Compliance zu fördern“.

„Betroffene von Rheumatoider Arthritis sind eine leidende, duldende Patientengruppe“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Manfred Herold, Univ.-Klinik für Innere Medizin I, Medizinische Universität Innsbruck bei der Präsentation der Leitlinie. Daher sei es häufig schwierig an sie möglichst früh heranzukommen, auch dann sei die Diagnose eine Herausforderung. Dabei sei es wichtig aggressiv zu behandeln, um die beste Wirksamkeit zu erreichen.

Häufig sind die Apotheker die erste Anlaufstelle auch für Menschen mit entzündlichen Gelenkserkrankungen, denn, so Körner: „Viele Patienten zögern, ihre gesundheitlichen Probleme und ihr Leid überhaupt einem Experten anzuvertrauen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Apotheke erhalten die Kunden anonym fachkundige Erstauskunft und können so zu einem Arztbesuch motiviert werden.“ Gemeinsames Ziel ist, eine verordnete Therapie gemeinsam mit dem Patienten optimal umzusetzen und die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Dafür soll die neue Leitlinie einen Beitrag leisten. ki

 

Siehe auch in dieser Ausgabe der Ärzte Woche Seite 13:

Quelle: Presseinformation Arznei&Vernunft

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