zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 6. März 2012

Kindergesundheit im Fokus

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – auch nicht bei der medikamentösen Therapie. Dennoch fehlen für die meisten Medikamente bis heute klinische Studien über deren Anwendung im pädiatrischen Bereich. Die österreichische Apothekerkammer stellt daher das Jahr 2012 unter den Arbeitstitel „Kinder und Kinderarznei“ und ein interdisziplinärer Runder Tisch der Oberösterreichischen Apothekerkammer beschäftigte sich Ende Jänner in Linz mit Möglichkeiten und Zielen der Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen. Ebenso stand die diesjährige Apothekertagung in Saalfelden unter dem Hauptthema „Kindergesundheit“.

 

Ein Fünftel der Bevölkerung in Österreich ist jünger als 18 Jahre und nicht nur von den typischen Kinderkrankheiten sondern zunehmend auch von chronischen und onkologischen Erkrankungen betroffen. Arzneimittel, die nicht speziell auf die kindliche Physiologie angepasst sind, erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen oder der unzureichenden Behandlung, weil die Dosis zu gering ist. Klinische Studien an Kindern wurden in der Vergangenheit, nicht zuletzt aufgrund der traumatisierenden Ereignisse in der NS-Zeit, als unethisch angesehen. Gut geplante, auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnittene, klinische Studien stellen jedoch die einzige Möglichkeit dar, geeignete Arzneimittel für Kinder verfügbar zu machen. Obwohl neue Gesetze klinische Prüfungen bei Kindern regeln und fördern, haben sich diese Erkenntnisse in der Öffentlichkeit bisher wenig durchgesetzt. Daher ist der Großteil der Arzneimittel, die für Erwachsene zugelassen sind, nach wie vor für Kinder weder geprüft noch zugelassen.

Im Dreieck der Versorgung – Arzt, Apotheker, Patient – müssen Informationen kontinuierlich ausgetauscht werden. „Im Umgang mit Eltern schwerkranker Kinder besteht für uns Apotheker natürlich ein sehr hoher Bedarf an Beratung und Austausch mit Ärzten: Von den hoch spezialisierten klinischen Verschreibungen bis hin zu individuellen Dosierungen für Kinder“, unterstrich Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr von der Steyrtalapotheke in Neuzeug: „Probleme bei Medikamenten für Kinder sind unter anderen die Art der Verabreichung – beispielsweise zerkleinert – und die Geschmacksfrage.“

 

Quelle: Presseaussendung Welldone GmbH, Werbung und PR

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben